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FAMA Messefachtagung: Wenn die Messe digital wird und was das bedeutet!

Die Stimmung in der Messewirtschaft der D,A,CH-Länder ist gut und in die attraktive Rheinstadt Basel kommen alle gerne an eine hochstehende FAMA Sommertagung. Das Thema eines digitalen Geschäftsmodells ließ niemand der Teilnehmenden kalt.


by Urs Seiler | 12. Juli 2023



Wenn der kultivierte Mike Seidensticker, der kritische Oliver Schmitt und die eloquente Juliane Jähnke ihr Stelldichein als ModeratorInnen geben, dann weiß man: es ist Fama Tagung, hier wird inhaltlich präzis und souverän moderiert und Hochstehendes für Messeveranstalter geboten.


«Man kommt gerne nach Basel» war der Kommentar eines Teilnehmers, der sich wie ein Fazit zur FAMA Sommertagung vom 11. bis 12. Juli im Kongresszentrum der MCH Group, wo viele internationale Spitzenkongresse stattfinden, anhörte. «Der Gastgeber ist einfach perfekt» ein anderes Votum. Und der berühmte Content? «Hochstehend» war der mit wenigen Ausnahmen viel gehörte Tenor.


Deep Dive Session «Der Schlüssel zum digitalen Geschäftsmodell» mit von links Sebastian Grein von Aditus, Matthias Baldinger von Conteo, Claudia Ries von MCH Group, Andreas Rex von MCH Group und Moderator Christian Reiß von rxglobal (ehemals Reed).



Mit Mut zur digitalen Transformation

Einer der unumstrittenen Höhepunkte, die die FAMA-Tagungen so hochwertig machen, war die Vision Note «Der Schlüssel zum digitalen Geschäftsmodell - Wie Content und Ticketing bei der Swissbau zusammenspielen» von Conteo und Aditus mit der themenähnlichen Deep Dive session «Der Schlüssel zum digitalen Geschäftsmodell». Sie schufen endlich Klarheit zum Schlagwort «Content» oder «Contentmarketing» und der Schlüssel liegt - im Ticketing eben.


Ein Ansatz für Content Management besteht darin, dass aufgrund verwandter Interessen Anbieter und Einkäufer mit Hilfe der berühmten Algorithmen gematcht werden - und Ausgangspunkt ist der Billetkauf, mit dem sich der Besucher registriert.


Claudia Reis, Kommunikationsleiterin der Swissbau der MCH Group verkündete so etwas wie eine Revolution, nämlich dass sich die MCH Group ein Geschäftsmodell überlegt, bei dem auch Nichtaussteller auf der jeweiligen Contentplattform und damit am Marktplatz teilnehmen können. Das Gedankenmodell existiert schon viele Jahre, aber bis heute hat sich kein Messeveranstalter an den ebenso gewagten wie gefürchteten Versuch herangewagt.


Deep Dive Session Nachhaltigkeit: Ein langer Weg? Mit von links Moderator Dr. Mike Seidenstücker, Eva-Christine Klinger von Messe Frankfurt, Jürgen May von 2bdifferent, Stefan Trieb von mac brand spaces.



«1000 Euro für Matching zu verlangen ist eine Riesenaufgabe»

Die Rede war von einer erfolgsabhängigen Prämie von vielleicht 1’000 Euro, je nach erreichter Reichweite mit Einkäufern, das heißt MessebesucherInnen. Es wird interessant zu beobachten, wie weit die Swissbau mit ihrem Experiment fährt. «1’000 Euro zu verlangen für die Vernetzung mit Schlüsseleinkäufern, das ist eine Riesenaufgabe», wurde gesagt.


Das ist einer der Gründe, weshalb Matthias Baldinger von Conteo sagte «Das digitale Geschäftsmodell steht erst am Anfang.» «Wir müssen Messen als Marketingkanal sehen und nicht auf den m2 fixiert sein» war ein weiteres Plädoyer, das in der Messewirtschaft hier und dort an Verständnis gewinnt.


Den Auftakt machten in Basel die Repräsentanten der drei Landesverbände Roman Imgrüth, Vorstandsmitglied Expo Event Schweiz und Gastgeber von der MCH Group, Sabine Tichy-Treimel, MSC Messen Austria und Henning Könicke, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender Politische Arbeit beim FAMA, die von Moderator Dr. Mike Seidensticker interviewt wurden.



Welche großen Herausforderungen kommen auf uns zu, wo steht die Messewirtschaft?

Henning Könicke: «Wir wissen wies geht, aber so richtig sind wir noch nicht drin. Aber wir haben viel neues Wissen. Die Nachfrage ist da, aber die Erwartungen der Kunden sind gestiegen.»


Sabine Tichy-Treimel: «Wir sind am Laufen, aber wir brauchen sicher alle Zeit.»


Roman Imgrüth: «Wir sind sehr erleichtert, dass das Geschäft wieder zurück ist. Aber jetzt kommen die Herausforderungen, die nichts mehr mit Covid zu tun hat: Welche Infrastruktur brauchen wir, was wollen unsere Kunden, was unsere Mitarbeitenden?»


Wo steht die Messewirtschaft in fünf Jahren?

Sabine Tichy-Treimel: «Digitalisierung von Messen hat nicht funktioniert. Aber sie ist ein Hilfsmittel, um mehr Reichweite, ein breites Publikum zu erreichen.

Mit der Messewirtschaft wird es aufwärts gehen. Künstliche Intelligenz ist die nächste Herausforderung. Aber in den nächsten Jahren braucht es uns als Veranstalter der persönlichen Begegnung.»


Roman Imgrüth: «Ich prophezeie der Messewirtschaft eine rosige Zukunft. Auch diese Krise werden wir meistern. Die persönliche Begegnung braucht es mehr denn je.»


Henning Könicke: «Krisen haben unsere Branche immer nach vorne gebracht.»


Deep Dive Session: Mit Mut zur digitalen Transformation mit von links Gunnar Heinrich von adventics, Dominic Burkhalter von Bernexpo Groupe, Nils Schoepe, Frankfurter Buchmesse und Moderator Oliver Schmidt von Agendum.



Fazit: Realistischer, vorsichtiger Realismus

Die Messewirtschaft, namentlich die regionale, die der FAMA vertritt, ist zurück und es werden an verschiedenen Messen im 2023 teilweise Kennzahlen wie im Rekordjahr vor Covid im 2019 erwartet. An der anschließenden Pressekonferenz wurde die aktuelle Stimmung als realistischer, vorsichtiger Realismus bezeichnet, was präzise die Stimmung in Basel wiedergab.


Bilder von links: Julien Rousseau mit Christian Ortlepp von der MCH Group. Rainer Lechner von der Agritechnica mit Sabina Linke vom EVVC und Moderator Dr. Mike Seidensticker. Keynotespeaker Bruno Walter.


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