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Messewirtschaft: «Die Digital Natives laufen uns sogar in die Arme»

Die Messebranche bietet trotz der Erfahrungen aus der Pandemie einen sicheren Arbeitsplatz. Das ist wichtig für eine Generation, die sich nach Sicherheit sehnt. Benedikt Binder-Krieglstein ist CEO RX (Reed Exhibitions) Austria & Germany. Er trennt die Spreu vom Weizen zum Thema Arbeiten in der Messewirtschaft.


by Benedikt Binder-Krieglstein | 15. November 2022



Benedikt Binder-Krieglstein, laufen der Messewirtschaft seit der Pandemie die Digital Natives davon?

Nein, ganz und gar nicht. Sie laufen uns sogar eher in die Arme. In der Messewirtschaft finden viele Digital Natives ein brachliegendes Feld vor, auf dem sie sich verwirklichen können. Die Möglichkeit, Entwicklungen einer Branche in einem soliden Geschäftsfeld mitzugestalten, ist gerade jetzt groß und für viele Menschen attraktiv. Wir haben gemeinsam mit Digital Natives in den letzten zwei Jahren viele Initiativen vorangebracht. Das reicht von digitalen Messeständen im Standbau bis zu neuen Content-Plattformen, die längst fester und wichtiger Bestandteil unserer Messemarken sind.


Nach der Pandemie hat sich eine Wahrheit durchgesetzt: Messen lassen sich nicht durch Digitalität ersetzen, aber flankieren. Wie wichtig sind die berühmten Digital Natives für die Messewirtschaft? Oder geht es ohne sie?

Digital Natives sind für die Messewirtschaft in jeder Hinsicht unverzichtbar. Sie bringen neue Ideen und Impulse in das Unternehmen und helfen uns dabei, für unsere Kunden die Reichweiten unserer Marken auszubauen – zum Beispiel über soziale Netzwerke und unsere Contentplattformen. Aber egal ob Digital Natives oder Digital Immigrants: Wir brauchen Menschen, die mit Menschen arbeiten wollen und ein Verständnis für die Bedürfnisse unserer Kunden haben. Denn Messen sind und bleiben People-Business.


Welche Chancen haben denn Messeveranstalter im «War for Talent» um Digital Natives gegen so attraktiv klingende Marken wie Amazon, Google, Apple, HP?

Es hat sich bereits gezeigt, dass traditionelle Unternehmen sich nicht hinter den Tech-Konzernen verstecken müssen. Für junge und engagierte Menschen bieten wir sogar mehr Möglichkeiten, sich einzubringen und sich zu verwirklichen. Im Gegensatz zu den Tech-Riesen gibt es in der Messewirtschaft gerade jetzt zahlreiche Möglichkeiten, Ideen einzubringen, zu experimentieren und neue Geschäftsmodelle mitzuentwickeln. Wir müssen deutlich machen, dass auch wir Unternehmertum und Startup-Mentalität miteinander verbinden und für alle attraktiv sind, die nicht nach einer starren Stellenbeschreibung arbeiten wollen.


Wie macht sich RX bei der Millennial-Generation beliebt mit dem sogenannten «Employer Branding»? Wie wichtig ist das Thema «Employer Branding» für die Messewirtschaft tatsächlich?

Employer Branding ist für RX seit Jahren ein großes Thema und ich gehe sogar so weit, uns als einen der Vorreiter in der Messewelt zu bezeichnen. Wir haben uns vor zwei Jahren einem Wertekanon verpflichtet, der die unterschiedlichen Stärken und Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellt. Die Themen Diversität und Inklusion sind dabei ein Schwerpunkt. Agile Arbeitsweisen, internationale Zusammenarbeit, Weiterbildung und eine konstruktive Feedback-Kultur gehören ebenso dazu wie attraktive Regelungen für das mobile Arbeiten – letzteres sogar vor dem Hintergrund, dass wir ein Face-to-Face Produkt anbieten.



Vor allem aber bietet die Messebranche – trotz der Erfahrungen aus der Pandemie – einen sicheren Arbeitsplatz. Wir haben bewiesen, dass wir Krisen gut überstehen können. Das ist wichtig für eine Generation, die sich nach Sicherheit sehnt. Wir sind und bleiben ein sicherer Hafen und auch ein gutes Sprungbrett für die persönliche und berufliche Entwicklung.


Bild Benedikt Binder-Krieglstein: David Payr, RX Austria & Germany.


Interview: Urs Seiler



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