AEG × Electrolux × IFA 2026: Zwei Marken und ein Raum
Wer den Messeauftritt von AEG und Electrolux auf der IFA 2026 betrat, begegnete nicht einfach einer Reihe von Exponaten. Stattdessen führte der rund 3.000 Quadratmeter große Auftritt durch unterschiedliche Szenen, Installationen und Erlebnisbereiche. Produkte und Technologien wurden dabei in Aktivierungen übersetzt, die ihre Eigenschaften unmittelbar erfahrbar machen sollten.
von Stephan Schäfer-Mehdi* || 12. Oktober 2026

AEG und „The Art of Hosting“ auf der IFA2026. 3,000 m2 als Experience-Eco System.
Auf rund 3.000 Quadratmetern präsentierten AEG und Electrolux auf der IFA 2026 ihre Produkte in begehbaren Erlebniswelten. Erstmals trat Electrolux dabei mit einer ebenso prominenten Präsenz wie AEG auf. Für Konzeption und Gestaltung war Studio Bachmannkern zum vierten Mal in Folge verantwortlich.
Vom 4. bis 8. September präsentierten die beiden Hausgerätemarken ihren gemeinsamen Auftritt auf der IFA in Berlin. AEG ist Teil der Electrolux Gruppe. Das Konzept knüpfte an die vergangenen Messeauftritte an. Studio Bachmannkern entwickelte die bestehende Experience Architecture weiter und ergänzte sie um neue Elemente für Interaktion, Entdeckung und Produktinszenierung.
Die besondere Aufgabe: Zwei Marken sollten innerhalb eines gemeinsamen Auftritts funktionieren, ohne ihre jeweilige Identität zu verlieren.

Eine prägnante Choreographie der Komunkationsebenen. Markenarchitektur, Produktinszenierung und immersive Erlebniswelten.

Hierarchie der Botschaften: Von der atmosphärischen Inszenierung
bis hin zu detaillierten Informationen.
Eine prägnante Choreographie der Komunkationsebenen.
Markenarchitektur, Produktinszenierung und immersive Erlebniswelten.Fünf “Brand Beacons” unter einem „Brand Sky“
Für AEG bildeten fünf großformatige „Brand Beacons“ die räumliche Struktur. Sie ordneten die Themenbereiche „Care“, „Well-Being“ und „Taste“ und dienten gleichzeitig als Ankerpunkte für unterschiedliche Produkt- und Erlebnisinszenierungen.
Medial erzählerisch verbunden wurden die Bereiche durch den „Brand Sky“. Die durchgängige Ebene zog sich über die einzelnen Zonen und gab dem Messestand eine gemeinsame Klammer.
Damit entstand ein System, in dem Orientierung und Markeninszenierung miteinander verbunden wurden. Die einzelnen Bereiche konnten eigenständig entdeckt werden, blieben aber Teil der übergeordneten Experience.

Produkterlebnis durch Ruhe im Brand-Beacon. Ein Erlebnis,
das sich um den Klang der Stille entwickelt.
Wenn Produkteigenschaften zu Räumen werden
Besonders deutlich wird der Ansatz bei den einzelnen Installationen. Die Produkte stehen dort nicht ausschließlich als Ausstellungsstücke im Mittelpunkt. Stattdessen werden bestimmte Eigenschaften und Anwendungen in räumliche Erlebnisse übersetzt.
Im „Silent Room“ etwa ging es um die aktuelle Generation der AEG-Geschirrspüler. Die Qualität der Geräte wurde über das Thema Stille inszeniert. Die Besucher sollten eine Produkteigenschaft nicht nur erklärt bekommen, sondern unmittelbar über die Atmosphäre des Raumes wahrnehmen.
Der „Dark Room“ setzte die „Matt Black Kitchen“ in Szene. Dunkelheit, Materialität und Licht wurden genutzt, um die Küche als multisensorische Umgebung zu präsentieren. Technologie und Gestaltung der Geräte wurden Teil derselben Inszenierung.
Auch die Textilpflege erhielt eine räumliche Übersetzung. Eine Installation mit feinem Wassernebel griff das Thema auf und machte die Technologie über eine atmosphärische Inszenierung erfahrbar.
Bei der „Connectivity Installation“ wiederum wurde das vernetzte Produkt-Ökosystem von AEG selbst zum Bestandteil der räumlichen Gestaltung. Vernetzung sollte dadurch nicht allein als technische Funktion, sondern als physisch erlebbares System vermittelt werden.
Von der Produktpräsentation zum Anwendungserlebnis
Eine weitere Ebene bildete das Thema Taste. Hier rückte die Anwendung stärker in den Vordergrund. Beim Live Cooking mit italienischen Pizzabäckern und bei der „One Pot Pasta Experience“ konnten Besucher die Produktwelt unmittelbar im Einsatz mit allen Sinnen erleben.
Gerade solche Formate verschieben die klassische Messekommunikation: Aus der Demonstration eines Produkts wird eine Situation, in der dessen Anwendung Teil des Erlebnisses wird.

Skandinavische Klarheit als eigene Markenwelt. Electrolux übersetzt Herkunft, Design
und Markenwerte in eine eigenständige räumliche Experience.
Electrolux wird präsenter
Eine wesentliche Neuerung des diesjährigen Auftritts war die Rolle von Electrolux. Erstmals war die Marke innerhalb des gemeinsamen Messeauftritts ebenso prominent präsent wie AEG.
Für Electrolux entstand eine eigenständige Markenwelt, in der die skandinavische beziehungsweise nordische Herkunft, die Werte und die Designkultur der Marke räumlich übersetzt wurden.
Damit standen zwei unterschiedliche Brand Worlds nebeneinander. Gleichzeitig blieben sie über die gemeinsame Architektur und das übergeordnete Konzept miteinander verbunden.

Die physischen und visuellen Naturelemente und Produktpräsentationen
greifen die skandinavische Designkultur von Electrolux auf.
Bestehendes Konzept, neue Erlebnisse
Der IFA-Auftritt 2026 war zugleich die Fortsetzung einer langjährigen Zusammenarbeit. Studio Bachmannkern verantwortete bereits zum vierten Mal in Folge die Konzeption und Gestaltung des Messeauftritts von AEG und Electrolux.
Statt die Experience Architecture jedes Jahr vollständig neu zu denken, wurde das bestehende System als Grundlage genutzt und weiterentwickelt. Neue Installationen und Interaktionsmomente ergänzten die bereits etablierte räumliche Grundstruktur.
Der Auftritt zeigt damit einen Ansatz, der im Messebau zunehmend relevant ist: Nicht jede Messe muss mit einer völlig neuen räumlichen Idee beginnen. vorausgesetzt, es entstehen immer wieder neue Anlässe für Besucher, die Marken und ihre Produkte zu entdecken.
Der Autor Stephan Schäfer-Mehdi ist mehrfach prämierter Kreativer in Live Kommunikation und bei Studio Bachmannkern verantwortlich für Concepts & Live-Communication, Kreation – Regie – Text.
Bilder: Saskia Uppenkamp






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