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«Emotionen sind nicht digitalisierbar»

JED Events in Schlieren ist ein spektakulärer Ort für die Durchführung von Business- und Innovationsevents. Geschäftsführer Nicolai Squarra erklärt, was sich durch Covid-19 ändert – und was nicht.


by Urs Seiler | 28. Oktober 2020

Nicolai Squarra, vor rund einem Jahr hast Du die Leitung von JED Events übernommen, der brandneuen Eventlocation des Think- und Worktanks JED. Was beschäftigt Dich heute am meisten?

Das ist in den letzten Wochen natürlich die Situation um Covid-19 und die damit einhergehende, sich wieder verschärfenden Restriktionen für das Veranstalten von Events. Bis vor wenigen Wochen hatten wir für den Rest des Jahres eine sehr gute Auslastung bei JED Events. Jetzt, wegen den verstärkten Restriktionen sind so gut wie alle Events storniert.

Aber die Situation wird wieder drehen. Je grösser die durch Covid-19 verursachten Restriktionen, desto stärker staut sich ein großes Nachholbedürfnis nach persönlichen Treffen an. Wenn sich Menschen treffen, entstehen Emotionen. Und Emotionen sind nicht digitalisierbar. Ich erwarte, dass die Branche von Messen und Events mit einem Knall zurückkommen wird, denn Menschen leben ja vom persönlichen Austausch.

Für welche Veranstaltergruppen ist JED Events geeignet?

Bei uns kommt fast jeder Kunde auf seine Kosten. Die Location ist ein spektakulärer Ort für die Durchführung von Business- und Innovationsevents. Wir sprechen sowohl Firmen- als auch private Veranstalter an. In der industriell geprägten Eventhall mit Ihren 11 Meter hohen Decken, Ihrer beeindruckenden Galerie und den großzügigen Breakoutflächen werden nebst klassischen Tagungen und Konferenzen vor allem Veranstaltungsformate Platz finden, die einen hohen Anspruch an Individualisierung haben. Auf unseren Eventflächen wird fast alles möglich sein. JED bietet darüber hinaus einzigartige Büro- und Gewerbemietflächen für innovative Unternehmen sowie ein breites Serviceangebot und eine exquisite Gastronomievielfalt.


«Architektur ist Sprache: In der JED Eventhalle»

Welche anhaltenden Veränderungen hat Covid-19 für JED Events ausgelöst?

Gewisse Formate werden sich stärker in den digitalen Raum verlagern. Anlässe, in denen es nur um Wissenstransfer geht, werden verstärkt als Onlineveranstaltungen stattfinden. Darüber hinaus gibt es Mischformen von Anlässen, die sogenannten hybriden Events. Die Eventbranche hat sich in diesem Bereich während Covid-19 stark weiterentwickelt und professionalisiert. Viele Anbieter sind heute in der Lage, Live Events digital zu verlängern. Hybride Events mit der Reduktion von Gästen vor Ort spielt unserer Location in die Hände: Wo wir früher für Anlässe ab einer gewissen Größe zu klein gewesen wären, können wir diese jetzt dank digitaler Erweiterung empfangen als kleinere Anlässe mit parallelem live streaming für ein größeres Publikum.

Wie geht es jetzt weiter für JED Events, mit welcher Art von Anlässen?

Da es einen Trend in Richtung der erwähnten hybriden Anlässe geben wird, sind wir an der Prüfung der Installation einer Streamingtechnologie in unsere Eventhalle. JED Events will punkten mit seiner grossen LED-Wand und beeindruckender Eventtechnik. Aber wir wollen auch die gesamte Architektur der Eventhalle nutzen. Bei Events, die gestreamt werden, wollen wir den UserInnen via streaming nicht nur den Keynotespeaker ins Haus bringen, sondern möglichst realitätsnah die Gesamtveranstaltung. Dazu gehört die atemberaubende Architektur unserer Location, denn Architektur ist Sprache. Wir wollen das Live-Erlebnis auch auf das Sofa des Users bringen. Generell liegt man wohl nicht falsch, wenn man für die nahe und ferne Zukunft, ich gehe davon aus, dass wir noch lange mit Covid-19 leben müssen, von kleineren Events mit durchschnittlich weniger TeilnehmerInnen ausgeht.

Im Moment sind auch Kleinevents im JED kaum möglich. Wie meistert JED Events diese Situation?

Unsere LinkedIn-Umfrage hat ergeben, dass 60% aller Unternehmen, die geantwortet haben, ihre Weihnachtsfeiern abgesagt haben, 20% delegieren den Entscheid über eine Durchführung oder Nichtdurchführung auf ihre Abteilungen. Nur 20%, durchwegs Kleinstunternehmen, halten an einer Weihnachtsfeier fest. Wir werden uns wohl einstellen müssen auf kleinere Anlässe, was denkbar ist, aber am Schluss des Tages muss auch die Wirtschaftlichkeit stimmen. Aber wir machen jetzt weiter.

Wir sind überzeugt, dass unser JED Events hervorragend positioniert ist, nicht zuletzt wegen unserer Plug- & Playtechnik. Es gibt für Veranstalter keine aufwendigen Installationen: einfach loslegen. Und das zu sehr fairen Konditionen. Im Moment, wo Events nur sehr begrenzt möglich sind, haben wir strategisch etwas umgelagert auf das derzeit im Bau befindliche Restaurant Eve’s Kitchen und unsere Inhouse-Eventgastronomie, was uns helfen soll, die Krise «auszusitzen». Wir setzen mit Blick auf die Fertigstellung unseres neuen Restaurants im Mai 2021 strategisch fokussierter auf diesen Bereich.

Unser Auftrag im Bereich der Eventgastronomie ist es darüber hinaus heute mehr denn je, die Kommunikationsziele unserer Auftraggeber auch kulinarisch und inszenatorisch zu untermalen. Voraussetzung dafür ist eine enge und kreative Zusammenarbeit mit unseren Auftraggebern, der feste Wille herausragende Cateringkonzepte zu kreieren und unser stetiger Antrieb den Gästen durch aufwändige Inszenierung und hervorragende Qualität am Event selbst den Atem zu rauben.

Wie sicher sind Anlässe heute?

Die Sicherheit von Events ist gewährleistet. Aber für deren Durchführung spielt ein anderes Kriterium die entscheidende Rolle: Die Zurückhaltung der Gäste in Bezug auf ihre Teilnahme. Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dichtung und Wahrheit, was die Sicherheit von Events betrifft, herzustellen, hat JED Events mit der Etablierung eines elaborierten Schutzkonzeptes für unsere Kunden reagiert, das innert 30 Minuten individuell auf den jeweiligen Event abgestimmt werden kann.

Schutzkonzepte werden an Bedeutung gewinnen. Danach ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis wir Schritt für Schritt wieder zur Normalität zurückkehren können, Lockerungen werden kommen. Im Moment ist einfach ein engerer Dialog mit unseren Auftraggebern und ihren Gästen notwendig. Meiner Meinung nach tragen auch die Medien eine große Verantwortung, solche Entwicklungen darzustellen, auch damit der Covid-Diskurs eine positivere Richtung nimmt.

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