GITEX: Das Epizentrum für Europas digitale Zukunft trifft sich in Berlin
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Deutschlands größte und globalste Startup-Veranstaltung: Von KI-Gigafabriken und souveräner Cloud-Infrastruktur bis hin zu Open-Source-Standards – die GITEX AI EUROPE 2026 kehrt vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 als zentrale Plattform für Europas intelligente Wirtschaft auf das Messegelände Berlin zurück. Ziel ist es, Startups, Branchenführer, Investoren und politische Entscheidungsträger zusammenzubringen, um die nächste Phase der technologischen Entwicklung des Kontinents zu beschleunigen.

Von Archie Marshall || 5. März 2026
Vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 findet in Berlin erneut eine der internationalsten Technologiekonferenzen des Kontinents statt : die GITEX AI Europe kehrt auf das Messegelände Berlin zurück. Als Deutschlands größte und weltweit einflussreichste Veranstaltung für Startups und digitale Investitionen bietet sie Unternehmen, KMUs, wachstumsstarken Startups, Investoren, politischen Entscheidungsträgern und Forschern aus ganz Europa und darüber hinaus eine Plattform. In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur die Industriestrategie grundlegend verändern, fungiert die Veranstaltung nicht nur als Schaufenster, sondern als strategischer Treffpunkt für Europas intelligente Wirtschaft.
Im Vorfeld der GITEX AI Europe 2026 hat das Whitepaper „ Digitale Souveränität: Technologische Führung in Europa“ in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut LUE veröffentlicht. Die Studie skizziert einen klaren Rahmen für Europas nächste Phase der technologischen Wettbewerbsfähigkeit und identifiziert vier strukturelle Imperative: skalierbare Rechenleistung, souveräne Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Grundlagen und eine stärkere Kapitalbildung.
Der europäische IKT-Markt hat mittlerweile einen Wert von rund 1,02 Billionen Euro. Die Studie argumentiert, dass eine nachhaltige Führungsrolle eher von koordinierten Anstrengungen in den Bereichen Infrastruktur, Investitionen und Politik als von isolierten nationalen Initiativen abhängen wird.
Im Zentrum des Berichts steht die Frage der Rechenleistung. Die Kapazität europäischer Rechenzentren soll bis 2030 um rund 70 Prozent steigen, doch die Nachfrage aufgrund von KI-Anwendungen dürfte noch schneller wachsen. Allein Deutschland muss seine Rechenzentrumskapazität bis zum Ende des Jahrzehnts möglicherweise verdreifachen, was einen Investitionsbedarf von bis zu 60 Milliarden Euro zur Deckung des prognostizierten Bedarfs bedeutet.
Auf EU-Ebene sollen Programme wie die 200 Milliarden Euro schwere Initiative InvestAI, darunter fünf KI-Gigafabriken mit jeweils über 100.000 spezialisierten GPUs, diese Expansion verankern. Diese Einrichtungen sollen nicht nur multinationalen Konzernen, sondern auch Startups und Forschungsinstituten dienen und so den Zugang zu Hochleistungsrechnern im gesamten Innovationssektor ermöglichen. Die Studie betont, dass dieses Wachstum mit der Integration sauberer Energien einhergehen muss, um die Verbindung zwischen digitaler Souveränität und Europas Energiewende zu stärken.

Cloud-Autonomie bildet die zweite Säule. Während bereits ein erheblicher Anteil europäischer Unternehmen große Teile ihrer Anwendungen in der Cloud hostet, wird sich die weitere Verbreitung dieses Standards in den kommenden Jahren voraussichtlich deutlich beschleunigen. Derzeit werden rund 70 Prozent des europäischen Cloud-Marktes von außereuropäischen Hyperscalern kontrolliert. Das Whitepaper plädiert für einen Architekturansatz, der die Souveränität in den Vordergrund stellt und die rechtliche Zuständigkeit und Datenkontrolle innerhalb europäischer Rahmenbedingungen gewährleistet. Ziel ist es, sicherzustellen, dass europäische Unternehmen frei innovativ sein können und gleichzeitig regulatorische Klarheit gewahrt bleibt.
Open-Source-Technologien werden als struktureller Vorteil für das Erreichen dieses Gleichgewichts dargestellt. Initiativen wie der Sovereign Cloud Stack, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, zeigen, wie diese standardbasierten Infrastrukturen die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern verringern und gleichzeitig die Transparenz stärken können. Durch die Integration offener Standards in Cloud- und digitale Infrastrukturen gewinnen europäische Organisationen die Flexibilität, zwischen Plattformen zu migrieren und international zusammenzuarbeiten, ohne die Kontrolle über ihre kritischen Systeme abzugeben.
Infrastruktur und Standards müssen jedoch durch entsprechendes Kapital ergänzt werden. Trotz Europas starker Ingenieursbasis und exzellenter Forschung fließt derzeit nur ein geringer Anteil des globalen Risikokapitals in das EU-Technologie-Ökosystem. Das Weißbuch unterstreicht den Bedarf an Wachstumsfinanzierungsmechanismen, die Europas Technologieinnovatoren in Bereichen wie KI, Halbleiter, Cloud und Cybersicherheit halten und deren Wachstum fördern können. Öffentlich-private Koinvestitionsstrukturen entstehen bereits, darunter der deutsche KfW DeepTech Future Fund mit 1 Milliarde Euro und das wichtige Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse (Wichtigstes Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse) mit 3 Milliarden Euro, das sich auf Cloud- und Halbleitertechnologien der nächsten Generation konzentriert. Die zentrale Botschaft ist eindeutig: Souveränität wird durch Größe erreicht, und Größe erfordert nachhaltige Investitionen.
Die Ausgabe 2026 knüpft an den Erfolg des ersten Jahres an, das über 1.400 Unternehmen und Startups aus mehr als 100 Ländern sowie 600 Investoren und 500 Redner zusammenbrachte, die die globale Technologieagenda mitgestalteten. Die von KAOUN International organisierte und von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und öffentliche Unternehmen unterstützte Veranstaltung, gefördert von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, baut ihre Rolle innerhalb des globalen GITEX-Netzwerks weiter aus, das Abu Dhabi, Dubai, Brasilien, Ägypten, Deutschland, Kasachstan, Kenia, Marokko, Nigeria, Serbien, Singapur, die Türkei und Vietnam umfasst.

Spezielle Bereiche für Unicorns, Scale-ups und KMUs werden auch dieses Jahr wieder im Mittelpunkt des Programms stehen, darunter North Star Europe, die europäische Ausgabe einer der weltweit größten Startup- und Investorenplattformen. Mit Fokus auf KI, Quantencomputing, Cybersicherheit, grüne Technologien, Rechenzentren und digitale Infrastruktur positioniert sich Berlin 2026 als zentraler Knotenpunkt für die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Kapital und Politik.
Die Anmeldung für die GITEX AI Europe 2026 ist ab sofort möglich. Ermäßigte Tickets sind derzeit für kurze Zeit erhältlich. Angesichts Europas verstärkter Bemühungen um digitale Souveränität dürften die Gespräche, die diesen Sommer auf der Messe Berlin stattfinden, nicht nur die Technologiestrategie der Region, sondern auch ihre gesamte wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Jahrzehnt prägen.
MITNAHME
Die GITEX Global in Dubai hat sich über viele Jahre zur weltweit führenden IKT-Fachmesse entwickelt und kann auf über 6.800 Aussteller und 1.200 Investoren verweisen. Die Schweizer IKT-Branche war auf der GITEX Global stark vertreten. 13.-17. Oktober 2025 Und das nicht zum ersten Mal. Auch die erste GITEX Europe in Berlin im Juni 2025 mit 1.400 Ausstellern und 600 Investoren war ein Erfolg.
Video: Der Schweizer Pavillon auf der GITEX Global in Dubai vom 13. bis 17. Oktober 2025.




















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