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«Jede vierte Messe wird nicht überleben»


Wegen der Corona-Pandemie mussten in der Schweiz zahlreiche Messe-Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden. Die Krise dauert an und es ist nicht absehbar, ob es klassische Messen in der bisherigen Form künftig noch geben wird.

by Peter F. Schmid | 2. September 2020




Es ist für mich absehbar, dass 2020 wohl als das Jahr ohne Messen in die Geschichte eingehen wird. Vielleicht aber auch als das erste Jahr ohne Messen. Denn ob und wie die internationalen Branchentreffen 2021 zurückkommen werden, ist fraglich.


Das Bedürfnis nach persönlichen Treffen, zwischenmenschlichem Austausch und Networking – für viele zentrale Gründe für einen Messebesuch – wird auch nach Corona bestehen. Auch jenseits des digitalen Raums sind Alternativen jedoch längst etabliert. Fach- Konferenzen vor Ort und Summits beispielsweise kommen ganz ohne den gewohnten Druck aus, möglichst viele Leads oder Abschlüsse generieren zu müssen, es müssen keine Produkte um die halbe Welt transportiert werden, sie bieten einen echten Mehrwert und werden deutlich stärker nachgefragt werden.

Ein Messeauftritt erfordert enorme finanzielle und personelle Ressourcen, aktuell müssen jedoch krisenbedingte Umsatzeinbußen kompensiert werden: Gemäß unserer jüngsten Umfrage mit 150 Führungskräften von Schweizer KMUs plant fast jedes vierte Unternehmen (20,7 %) für das kommende Jahr mit weniger Marketingbudget. Das schlägt sich unweigerlich in der Bereitschaft zur Messeteilnahme nieder: Ein Drittel (31 %) derjenigen, die bisher dort vertreten waren, planen im kommenden Jahr keine Messeauftritte oder -besuche mehr.

Meine Prognose daher: Jede vierte Messe wird die nächsten zwei Jahre nicht überleben. Schon vor Corona gab es Diskussionen um ihre Zweckmäßigkeit. Die Besucherzahlen stagnieren seit Jahren und sind teilweise rückläufig. Auch ist es in Zeiten der Digitalisierung weder zeitgemäß noch ökologisch und ökonomisch sinnvoll, komplexe Güter wie Maschinen um die Welt zu transportieren, um sie für eine oder zwei Wochen auf einer Leitmesse auszustellen. Hinzu kommt der enorme Reiseaufwand von Ausstellern und Besuchern, der in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.

Alternativen bietet die Digitalisierung in Form von E-Sourcing und Online-Marketing: 55,9 Prozent der befragten Unternehmen wollen im kommenden Jahr vermehrt auf Werbung im Web setzen. Für jeden fünften Befragten (19,6 Prozent) sind virtuelle Messen eine Option. Die Vorteile sind offenkundig: Reichweite und Inhalte können gezielt gesteuert, Leads via Plattformen einfach und flexibel generiert werden.

Diese Krise ist die Herausforderung unseres Jahrhunderts und verlangt besonders von traditionellen Branchen eine enorme Flexibilität und die Offenheit, neue Dinge auszuprobieren, wenn bewährte Kanäle zusammenbrechen. Ich bin davon überzeugt, dass die Digitalisierung von Marketing und Vertrieb sich mittelfristig als Wachstumsmotor gerade für industriell tätige KMUs erweisen wird – insbesondere dann, wenn sie exportieren. Und in der Schweiz wird bekanntlich jeder zweite Franken im Ausland verdient.

Visable unterstützt industriell tätige Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen für Einkäufer international zugänglich zu machen. Als speziell auf Geschäftskunden zugeschnittene Verbindung aus eigenen B2B-Marktplätzen und Online-Marketing-Services bietet das Unternehmen ein breit gefächertes digitales Portfolio zur Reichweiten-Steigerung im Internet.

Zu den von der Visable GmbH betriebenen Marktplätzen gehören «Wer liefert was» (wlw),heute der führende B2B-Marktplatz in der D-A-CH-Region, sowie die europäische B2B-Plattform EUROPAGES. Zusammen erreichen die Marktplätze monatlich über 3,7 Millionen B2B-Einkäufer, die nach detaillierten Unternehmens- und Produktinformationen suchen. Insgesamt sind über 3,6 Millionen Firmen auf beiden Plattformen registriert.

Mit seinen Online-Marketing-Services bietet Visable Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten, ihre Reichweite im Internet zu erhöhen. Visable ist derzeit einziger Google Premium-Partner mit B2B-Schwerpunkt.

Peter F. Schmid ist CEO von Visable, der Muttergesellschaft der B2B-Plattformen EUROPAGES und «Wer liefert was» (wlw).

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