top of page

Koelnmesse mit Rekordumsatz - aber warum im 2026 die grossen Leitmessen fehlen

  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Der Rekordumsatz der Koelnmesse von 455,5 Millionen Euro mit über 8'000 (!) Ausstellern auf der Anuga im Geschäftsjahr 2025 ist auf ein starkes Messe- und Kongressgeschäft in Köln, das Wachstum im Ausland, ein breites Portfolio und Effizienzsteigerungen zurückzuführen. Die starke Abhängigkeit vom Messezyklus führt im 2026 zu einem Rückgang der Erfolgszahlen. Die wirtschaftlichen Effekte belaufen sich auf 2.4 Milliarden Euro.

 

von Koelnmesse/Urs Seiler || 8. Juli 2026

 


Langfristig muss die Koelnmesse ihre internationalen Aktivitäten ausbauen, neue Veranstaltungsformate entwickeln und gleichzeitig ihr Messegelände modernisieren - und auf allen Ebenen ist sie dran.

 


„Unsere Entwicklung zeigt, dass starke Marken, internationale Präsenz und langfristige Investitionen auch in volatilen Zeiten Stabilität und Wachstum ermöglichen“, erklärt Gerald Böse (Bild oben), Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse. Wachstumstreiber waren insbesondere die starke Entwicklung etablierter Leitveranstaltungen, das starke Kongressgeschäft in Köln sowie die internationale Expansion mit ihrer konsequenten Weiterentwicklung des globalen Portfolios. Investitionen in die nachhaltige Energieversorgung, Digitalisierung und moderne Infrastruktur stärken zugleich langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Messeplatzes Köln.

 

Mit einem Umsatz von 455,5 Millionen Euro und einem konsolidierten Konzernergebnis von 62 Millionen Euro behauptet sich das Unternehmen auch in einem herausfordernden geopolitischen und wirtschaftlichen Umfeld als einer der führenden internationalen Messeveranstalter. Insgesamt nahmen rund 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher aus 214 Ländern sowie über 43.800 ausstellende Unternehmen aus 120 Nationen an Veranstaltungen der Koelnmesse teil. 



Die langfristige Entwicklung der Koelnmesse ist weit über das Unternehmen hinaus ein Gewinn für den gesamten Standort”, sagt Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (Bild oben). Laut aktueller Prognos-Studie generiert das Messegeschäft jährlich rund 1,36 Milliarden Euro wirtschaftliche Effekte in Köln und sichert in der Stadt 14.000 Arbeitsplätze. „Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, welche Bedeutung ein international starker Messeplatz für Wertschöpfung, Beschäftigung und die wirtschaftliche Dynamik unserer Stadt hat.” 

 


„So groß wie nie und unerreicht vielfältig“, beschreibt Oliver Frese (Bild oben),  Geschäftsführer der Koelnmesse GmbH, die Veranstaltung. Über 8.000 Unternehmen aus 110 Ländern präsentierten im Oktober 2025 ihre Produkte und Innovationen in Köln – mehr Aussteller als je zuvor in der Geschichte der Messe und zugleich ein neuer Rekord für den Messeplatz Köln. „Die Anuga zeigt eindrucksvoll, welche zentrale Rolle sie für die internationale Ernährungswirtschaft spielt: Sie ist Schaufenster für den Erfolg einer ganzen Branche und wichtiger Motor für Milliardenumsätze“, so Frese weiter.

 

gamescom setzte ihren Wachstumskurs fort

Bestmarken bei Internationalität, Ausstellerzahl und Flächenbelegung. Gleichzeitig baut die Koelnmesse ihre etablierten Marken strategisch weiter – unter anderem mit neuen Formaten und Spin-offs wie der ISM Ingredients. Gemeinsam mit ISM und ISM Manufacturing (vormals ProSweets Cologne) entsteht damit künftig eine noch stärker vernetzte Plattform entlang der gesamten Wertschöpfungskette der internationalen Süßwaren- und Snackindustrie, die sich jährlich in Köln trifft. „Spin-offs wie diese unterstreichen unseren Ansatz, erfolgreiche Marken kontinuierlich weiterzuentwickeln und neue Zielgruppen sowie Märkte zu erschließen.“ 

 

Koelnmesse baut globale Präsenz konsequent aus 


Die internationale Expansion bleibt ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie der Koelnmesse. Was Ende der 1990er-Jahre mit der ersten Auslandsmesse begann, hat sich inzwischen zu einem internationalen Portfolio mit 53 Veranstaltungen weltweit entwickelt. Allein in den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Auslandsmessen mehr als vervierfacht – 2025 kamen acht Premieren hinzu. Mit neuen Veranstaltungen in Indonesien, Saudi-Arabien, Indien und weiteren Wachstumsmärkten baut das Unternehmen seine globale Präsenz gezielt weiter aus und erschließt zusätzliche Wachstumspotenziale. Gleichzeitig reagiert die Koelnmesse flexibel auf geopolitische Entwicklungen und volatile Marktbedingungen. Vor diesem Hintergrund wurden die für den Juni 2026 geplanten Veranstaltungen „FSB Sports Show Riyadh“ und „International Hardware Fair Saudi Arabia“ auf 2027 verschoben. An der strategischen Bedeutung der Region und den langfristigen Wachstumsperspektiven im Nahen Osten hält die Koelnmesse jedoch ausdrücklich fest. 

 

Erfolgreicher Markteintritt: Confex zieht 40 neue

Veranstaltungen an

Die Bilanz des ersten vollständigen Confex-Betriebsjahres fällt äußert positiv aus: Mehr als 40 Veranstaltungen unterstreichen die hohe Nachfrage nach dem neuen  Kongress- und Eventcenter der Koelnmesse. Das Spektrum reichte von Corporate Events internationaler Unternehmen bis hin zu IT-, Wissenschafts- und Verbandskongressen. Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der medizinischen Fachkongresse, in deren Rahmen mehrere Fachgesellschaften ihre internationalen Tagungen in Köln ausrichteten. Die neuen räumlichen Möglichkeiten des Confex sowie die Attraktivität des Standorts Köln sorgten dabei bereits im ersten Jahr für spürbares Wachstum einzelner Veranstaltungen. Insgesamt überschritt das Koelnmesse-Tochterunternehmen Koelncongress im Jahr 2025 erstmals die Marke von rund einer Million Gästen bei Kongressen, Gastveranstaltungen und weiteren Events.

 

Wirtschaftsfaktor für Köln und die Region

Was sich an Messetagen in vollen Hallen, internationalem Publikum und ausgebuchten Hotels in Köln zeigt, belegt auch eine aktuelle Prognos-Studie: Die Koelnmesse ist ein bedeutender Wirtschaftsmotor – weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Messeveranstaltungen des Unternehmens lösen in einem durchschnittlichen Messejahr bundesweit jährlich rund 2,64 Milliarden Euro Umsatz aus und sichern gut 25.000 Arbeitsplätze. Allein in Köln werden dabei rund 1,36 Milliarden Euro an zusätzlicher Kaufkraft ausgelöst. Besonders profitieren Hotellerie, Gastronomie, Handel, Logistik und ein ganzes Netzwerk spezialisierter Dienstleister in Köln und Nordrhein-Westfalen. Internationale Leitveranstaltungen, Messen und Kongresse machen Köln damit nicht nur zum globalen Branchentreffpunkt, sondern sorgen zugleich für erhebliche wirtschaftliche Impulse in der gesamten Region. Nicht berücksichtigt sind dabei die umfangreichen Infrastrukturinvestitionen in den Standort – also genau die Maßnahmen, mit denen die Koelnmesse die Grundlage dafür schafft, dass diese wirtschaftlichen Effekte auch künftig entstehen können. In diesen Zahlen ebenfalls nicht enthalten sind die Effekte des Kongress- und Eventgeschäfts der Koelncongress GmbH, die im nächsten Jahr gesondert präsentiert werden.

 

Ausblick 2026

Für das Geschäftsjahr 2026 blickt die Koelnmesse aufgrund weiterhin anspruchsvoller Rahmenbedingungen verhalten optimistisch nach vorne. „Das wirtschaftliche und geopolitische Umfeld bleibt auch 2026 anspruchsvoll und von hoher Dynamik geprägt. Hinzu kommt, dass 2026 für die Koelnmesse turnusbedingt ein herausforderndes Messejahr wird. Große, internationale Leitmessen im Zwei- oder Drei-Jahresrhythmus finden in Köln erst wieder 2027 statt. Umso wichtiger ist es, strategisch konsequent zu handeln, Investitionen gezielt zu priorisieren und unsere internationalen Marken weiterzuentwickeln“, blickt Gerald Böse nach vorn. 

 

 
 
 

Kommentare


bottom of page