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Kooperation der MCH Group mit Informa: Wovon der Erfolg der «Basilia» abhängt

  • vor 15 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Die am 18. Juni angekündigte neue Messe der MCH Group mit Informa Markets PLC mit dem klangvollen Namen Basilia ist kein Versuch, die untergegangene, weltberühmte Uhrenmesse Baselworld wieder auferstehen zu lassen. Sie ist völlig anders konzipiert und die grossen Uhrenmarken werden kaum von der Watches & Wonders in Genf nach Basel zurückkehren.

 

von Urs Seiler || 22. Juni 2026

 

Halle 2 mit dem bekannten Rundhof der Messe Basel: Schauplatz der Basilia


Auffallend ist, dass bei der Basilia Jewellery & Watch Fair das Thema Schmuck und nicht Uhren am Anfang steht, obwohl der Termin - damit ausländische Gäste beide Anlässe besuchen können - auf den April gelegt ist wie früher die Baselworld. In den News zur geplanten Messe wird auch darauf hingewiesen, dass der Partner Informa über das weltweit führende Business:to:Business Netzwerk verfügt und mit der Jewellery and Gem WORLD in Hong Kong bereits über einen namhaften Industrie-Event verfügt.


Die MCH Group auch den Sourcing-Charakter der Basilia, das heisst die Integration der Zulieferindustrie der Schmuck- und Uhrenwelt. Darin dürfte es sich um jenen Bereich handeln, den die MCH Group schon länger konzipiert und auch angepackt hatte, aber entschied hat, dass eine Zuliefermesse allein für Basel zu klein sei.

 

Die Basilia soll jetzt eine Brücke schlagen zwischen den Produktionszentren in Asien (Kunden von Informa?) und den Absatzmärkten in Europa mit geplanten 400 Ausstellenden aus den Bereichen Schmuck, Diamanten & Edelsteine, Uhren, Technologie und Zulieferindustrie, Handel, Vertrieb und Beschaffung. Was die Basilia unterscheidet von der früheren Baselworld ist das Zusammenfinden sowohl der Marken als auch ihrer Zulieferer, Hersteller und Händler. Sie verfolgt ein räumliches Konzept, in der sich die einzelnen Ausstellerbereiche als «Städte» wiederfinden.

 

Wer ist verantwortlich?


Die aufwändig erstellte Halle 1 der Messe Basel


Die Basilia wird als Joint-Venture respektive gemeinsame Initiative von MCH Group und Informa Markets, dem nach Umsatz grössten weltweiten Messeveranstalter (Umsatz 2025 ungefähr 4.04 Milliarden £ = 4.65 Milliarden Euro !), verkündet. Beide Unternehmen treten sowohl als Veranstalter als auch als Betreiber auf. Dabei wurde noch nicht verkündet, wer für die matchentscheidende Aussteller- und wer für die BesucherInnenakquise zuständig ist. Überlässt die MCH Group die Akquise der Informa? Tritt sie neben der Mitinhaberschaft nur als Hallenvermieter auf?

 

Wer sich noch an die famose Baselworld erinnert, weiss auch, dass für sie die Halle 1 mit hunderten von Millionen Franken durch die Stararchitekten Herzog & De Meuron aus Basel umgebaut wurde. Deshalb ist es ein bisschen überraschend, dass diese jetzt nicht genutzt wird und die Basilia in der historischen, aber in der in die Jahre gekommenen Halle 2 stattfinden soll. Passt sie besser zum Konzept der Basilia mit ihren als «Stadt» konzipierten Bereichen? Passt das Traditionsgebäude besser zum evokativen Namen «Basilia», der als historischer Name aus dem 3. Jahrhundert für die Stadt Basel steht? Man wird sehen, inwieweit solche Konnotationen zur Markenbildung der Basilia beitragen.

 

Wie wird die Basilia ein Erfolg?

Der Branchenexperte und Dienstleister von Messeveranstaltern wie der MCH Group, Oliver Schmidt sagt in seinem LinkedIn-Blog, «Dass man sich in Basel davon (vom Wegfall der ikonischen Baselword) erholt hat (...) ist ein Schritt, der Respekt verdient.»

 

Die Basilia soll erstmals im April 2027 stattfinden. Ihr Erfolg wird in beträchtlichem Masse davon abhangen, inwiefern es gelingt, die Zulieferindustrie als Aussteller-Ambassadoren zu gewinnen und das wären dann neben der Schweiz wie in den News dargestellt, auch die Produktionszentren in Asien.

 

Der Erfolg wird auch davon abhängen, ob es tatsächlich gelingt wie angestrebt, ein internationales Ökosystem der erwähnten Industrien nach Basel zu bringen. Und dass ein grosser Teil der Aussteller und BesucherInnen aus dem Ausland kommen müsste, die Schweiz allein ist da zu klein und das ist der Grund, dass die MCH Group eine lange geplante Messe allein für die Zulieferindustrie nie realisierte.

 

Die Basilia dürfte eine Art Bewährungsprobe für die MCH Group darstellen. Gelingt es, ein modernes, relevantes und wirtschaftlich tragfähiges Format zu schaffen, könnte die Basilia ein neues Kapitel im Renomée der MCH Group aufschlagen.

 

Grosse Marken verließen die Baselworld wegen hoher Kosten und mangelnder Flexibilität der MCH Group. Viele Kunden erinnern sich noch an diese Konflikte. Aber vielleicht kann hier die angesehene Informa einen neuen Wind, einen Turnaround bewirken. Und die seit vielen Jahren gelebte Internationalität der MCH Group - gerade mit einem solchen Event in Basel selber - stärken.


 

TAKE OUTS


 


 

 
 
 

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