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Mehr Künstliche Intelligenz oder mehr Messebau?

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Wie wohltuend, im konstanten Lärm auf sozialen Netzwerken auf ein Juwel zu stossen, das die Qualitäten von Fachmessen im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz intelligent debatiert.


von Urs Seiler || 1. Juni 2026


Bild: Hannover Messe 2026


Das Thema lautet «The future of trade shows: digital platforms or real relationships?»


Die Zukunft von Messen als digitale Plattformen hat sich bekanntlich als Illusion erwiesen, ja als Etikettenschwindel. Wir können es nur immer wiederholen: Es gibt weder «virtuelle» noch «digitale» Messen und wird sie vielleicht nie geben. Was darin anklingt, ist die falsche Vorstellung, Digitalität könne die menschliche Begegnung obsolet machen, wenn wir nur die richtige Technologie wählten. Nichts wäre falscher. Digitalität kann Messen verbessern in der Vorbereitung, der Durchführung und dem Follow-Up. Dieser Prozess geht immer weiter und hat mit Künstlicher Intelligenz einen revolutionären Turnaround erreicht. Hier gibt der Aufsatz eine gute Analogie zum Metaverse und was dieses nicht liefert.

 

Der Aufsatz sagt, Messen der Zukunft seien in Zukunft viel weniger gebunden an ein episodisches, kurzzeitiges Moment. Wir sagen: der Inhalt der Messe, das was gezeigt wird, Innovationen zum Beispiel, werden zu einer länger anhaltenden Kommunikationsangelegenheit. Und hier macht der Aufsatz eine wunderbare Folgerung zum Thema Digitalität: Messen würden zu Ganzjahresplattformen online, aber «keine der Dimensionen funktioniert ohne die andere».

 

 

Künstliche Intelligenz als Chance für Messebau-Unternehmen

Das ist so eine Art Entwarnung für Messeveranstalter, für Aussteller, sogar für BesucherInnen - und für Messebau-Unternehmen, Digitalität könnte persönliche Treffen ersetzen. Wir entwickeln zur Zeit mit einem Messebau-Unternehmen eine Strategie, nicht nur neue KI-Werkzeuge einzusetzen, sondern KI als «Operating System» zu betrachten und wir haben das auf den Nenner «Messen messbar machen - mehr Künstliche Intelligenz pro m2» gebracht.

 

A propos «Lärm» auf sozialen Netzwerken: Der Aufsatz macht auch dazu einen intelligenten Hinweis: das Risiko, permanent online zu sein bestünde darin, schwach im Matchmaking zu sein. Die Herausforderung sei, relevante Verbindungen herzustellen - nicht einfach alle möglichen! Auch hier kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Damit können Messebau-Unternehmen zu Consultern für den ganzen Messeprozess ihrer Ausstellerkunden werden, nicht mehr nur für die Hardware (Kulissenschieberei).


Messen als Öko- und Ecosystem

Der Aufsatz kommt zum Schluss, dass die tatsächliche Transformation von Messen nicht in der Digitalisierung der realen Messe bestünde, sondern, Messebaufirmen aufgepasst, im nachhaltigen Messebau. Kaum je haben wir etwas Intelligenteres, weil so simpel, zum Thema «Messe der Zukunft» gelesen, als diesen Satz: Messen müssten zu Plattformen werden, die einen Mehrwert für Regionen, Gemeinden und Lieferketten schaffen – sie dürfen nicht nur Veranstaltungen sein, sondern müssen zu Ökosystemen werden.

 

Und schliesslich zum Schluss die Folgerung, die Krönung des Aufsatzes: Die Frage ist nicht, ob Messen digitaler würden, die wirkliche Frage laute, ob sie menschlich blieben.

 
 
 

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