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Mergers & Acquisitions: Geopolitik ist Lärm. Geschäft ist Geschäft

vor 25 Minuten
2 Min. Lesezeit

Warum die Messewirtschaft sich nicht von Weltpolitik treiben lassen darf — und warum Asien, Familienunternehmen, Konsolidierer und starke deutsche Highlights die nächsten zwölf bis vierundzwanzig Monate bestimmen. Mit einem Frühlingserwachen in Deutschland?

 

Von Bjoern Kempe* || 8. Oktober 2026

 


Geopolitik gibt es. Das bestreitet niemand, der zwischen Bangkok, Shanghai, Berlin und den Golfstaaten unterwegs ist. Was mich stört: wie leicht sich die Branche von diesem Lärm vereinnahmen lässt. Märkte werden zu Narrativen, Deals zu Flaggen. Genau das darf nicht der Punkt unseres Geschäfts werden. Klartext: Business first. Die Weltlage beobachten, ja. Sich von ihr steuern lassen, nein.

 

Lieferketten, Visa und Sanktionen wirken auf jedes Portfolio. Aber zwischen Wirkung und Leitmotiv liegt ein Unterschied. Messen sind Marktplätze, keine Außenministerien. Wer das vergisst, kauft und verkauft zur falschen Zeit am falschen Ort.

 

Regional ist das Bild gemischt. Die Golfstaatten und Europa stagnieren eher oder gehen leicht zurück — stark abhängig von Thema und Segment. Europa wird sich meines Erachtens etwas beruhigen und sortieren. Südostasien, Asien und China bleiben Wachstumsmärkte: Themen, die lokal ziehen, Communities, die wachsen, Veranstalter, die oft schneller entscheiden. Asia-first denken, Europa-realistisch handeln.

 

Gleichzeitig zeigen die deutschen Messeplätze, dass Größe und Partnerschaften immer noch Mega-Launches möglich machen.

 


Bei der Deutschen Messe in Hannover startet 2027 mit DSEI Germany (9.–12. März) eine neue Sicherheits- und Verteidigungsmesse von Weltrang — biennial, in Partnerschaft mit den Organisatoren der Londoner DSEI. Ebenfalls in Hannover und gemeinsam mit dmg events kommt die Europe Energy Week (5.–8. April 2027) als große Energiemesse, co-located mit der Hannover Messe: Energieversorgung trifft industrielle Nachfrage.

 

In München kooperiert die Messe München ab April 2027 mit dem bvitg für die DMEA (13.–15. April) — Europas führendes Digital-Health-Event zieht an den Messeplatz München. Und die Messe Berlin bleibt mit InnoTrans als Weltleitmesse für Verkehrstechnik stark; 2027 folgt InnoTrans Asia erstmals in Singapur. Das sind Highlights, keine Nebennoten.

 

Was sich bei Start-ups und Familienunternehmen verändert, ist einer der spannendsten Schübe seit Covid: Viele bringen Shows dieses und nächstes Jahr an den Markt — frisches Inventar, frische Eigentümer. Parallel bleiben Fonds wie der Exhibition Venture Fund (USA), Manta Capital und die Firma von Steven Brooks eine Quelle echter Überraschungen. Oben konsolidieren Informa, Clarion, Comexposium, Closer Still und das weitere Top-Segment weiter. Zwei Motoren: große Deals oben, Gründung und Übergabe unten.

 

In den nächsten zwölf bis vierundzwanzig Monaten erwarte ich beides: Großdeals im Obersegment und eine Welle an Markteintritten im Privaten — plus die genannten deutschen Lancierungs-Highlights. Wer Geopolitik als Leitmotiv nimmt, wird falsch kaufen. Wer Geschäft als Geschäft nimmt, sieht die Moves früher. Nicht lauter werden. Schärfer sehen. Der Kauf von Clarion durch Informa war nur der Anfang.



 

*Björn Kempe ist Inhaber von Exposasia und bewegt sich auf Messen in Bangkok, Shanghai, Singpur, Berlin und den Golfstaaten.

 
 
 

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