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Neue Events jenseits von Raum und Zeit: «Wir bringen Content in die Technik!»

Sind hybride Events der nächste Schritt im Veranstaltungsmanagement? Und was kosten diese, Samuel Röthlisberger?


by Samuel Röthlisberger* | 28. September 2022




«Firmen überlegen sich heute vermehrt: wie notwendig ist ein physisches Zusammentreffen für einen Event überhaupt? Oder gibt es Alternativen? Und was sind die neuen Dimensionen?» Die Antwort lautet: «Events sind wichtiger denn je!», beginnt Samuel Röthlisberger.



«Wir betrachten die gesamte Markenkommunikation eines Unternehmens unter dem Konzept der horizontalen und vertikalen Kommunikation.


Im virtuellen Studio.


«Die horizontale Kommunikation beschreibt die ganzjährlich stattfindende Markenkommunikation eines Unternehmens, die sich beispielsweise in den diversen Unternehmenskampagnen äußert.


«Der punktuell stattfindende Event wird auf der vertikalen Achse des unternehmerischen Kommunikationskonzeptes angesiedelt, weil er zeitlich begrenzt ist.



«Trotz seiner zeitlichen Begrenzung ist der physische Event aber enorm wichtig, um bei den Anspruchsgruppen – der Community – die Markenbotschaft langanhaltend zu verankern. Der große Vorteil des Events gegenüber der klassischen Marken-Kommunikation in rein schriftlicher oder visueller Form ist nämlich, dass man am Event über mehrere Stunden hinweg die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums hat und die Sinne auf unterschiedliche Arten und Weisen bespielen kann.


«So wird die Markenbotschaft am Event emotional und physisch erfahrbar und bei der Anspruchsgruppe tiefer verankert als beispielsweise ein einmalig gesehenes Kampagnenvideo von 30 Sekunden auf Social Media.“


«In Zeiten von post-Covid gehört die Digitalisierung von Events fast schon dazu. Ein physischer Event ist irgendwann vorbei. Aber die digitalisierte Botschaft des physischen Events besteht in ihrer Digitalität über den Event, über die Location, ja über die Zeit hinaus.“



#Neue Events: Menschen erreichen, die nicht physisch anwesend sind

Samuel Röthlisberger im virtuellen Studio:

«Wohl noch nie hatte die berühmte Losung von Marshall McLuhan «Das Medium ist die Botschaft» so viel Gewicht wie in einer digital transformierten Welt.


«Ich glaube, die Pandemie hat die Eventwirtschaft aus einem Dornröschenschlaf geküsst. Vor der Pandemie gehörte ein Event quasi obligatorisch in den Marketingmix, bloß weil man ihn immer gemacht hat.


«Messen sind das beste Beispiel für den obligatorischen Standard-Event. Vieles wurde nicht hinterfragt. Heute merkt man aber, wie wertvoll ein Event wirklich ist. Die Pandemie hat uns in absentia gezeigt: Events sind in der Kommunikation nicht wegzudenken! Durch sie können Botschaften emotional spürbar an die Zielgruppe herangetragen werden.


«Digital kann ich eine Kommunikation ganz anders an die Anspruchsgruppen herantragen. Das Revolutionäre, das Medientechnik bereitstellt, ist die Fragestellung: Was kann ich bereits an einem Event digital realisieren, das dann später – auf der horizontalen Achse - eine größere Wirkung verursacht.


«Allerdings stehen wir in dieser Entwicklung noch ganz am Anfang. Aber das ist das unterscheidende Merkmal, der USP, von FE Motion AG: wir bringen den vertikalen Event in die horizontale Markenkommunikation.



Den Eventfranken verdoppeln: Paradigmenwandel in der Millennialgeneration


«Hybride Technologien erlauben jetzt, sowohl das Live-Publikum als auch nicht vor Ort teilnehmende Gäste online einzubeziehen und damit allenfalls einen getrennten, digitalen und kommerziellen Kanal zu bilden.


«Dem Onlinepublikum fehlt dann vielleicht das physische Netzwerken. Aber die jüngeren Generationen sind sich gewohnt, sich vor einem persönlichen Treffen zuerst digital zu vernetzen. Digitalität kann auch helfen, eine gewisse Scheu vor einer persönlichen Kontaktnahme zu überwinden.


«Wir haben seit dem Wegfall der Covid-Restriktionen mehrfach erlebt, dass Live-Events von der BesucherInnenzahl kleiner als erhofft ausgefallen sind, man hätte gerne mehr Leute direkt vor Ort gehabt. Jetzt muss man sich fragen, weshalb die Leute, trotz eines spannenden Programms, nicht kommen.


«Also geht es um die Fragestellung, was ich vor einem Event digital planen und andenken kann, das vor Ort, live und physisch, einen größeren Impakt bewirkt. Eine Antwort darauf kann etwa eine gezielte Marktforschung zum Thema sein, was die BesucherInnen meines Events am meisten bewegt.

«Ich kann dann die essenzielle, relevante Erkenntnis aus der Marktforschung nehmen und sowohl den Gästen als auch den nicht vor Ort Teilnehmenden zur Verfügung stellen.“


Die mediale Multiplikation: «Wir bringen das Fernsehen zum Event»

«Die Aussage von Marshall McLuhan ,Das Medium ist die Botschaft‘ bedeutet dann: Als Vision muss jedes eventtreibende Unternehmen ein auf verschiedenen Kanälen operierendes Unternehmen werden. Ein Anlass gewinnt damit über die Eventzeit hinaus an Relevanz, der Eventfranken wird verdoppelt oder verdreifacht. Der Event ist nicht mehr „nur“ ein teures, singuläres Ereignis im Jahreskalender eines Unternehmens, sondern der Content, der dort produziert wird, kann in die fortlaufende, horizontale Marken-Kommunikation des Unternehmens integriert werden.


«Die Botschaften müssen digital ähnlich daherkommen wie analog, aber ihre Aufmachung ist eine andere. Ihre Sprache wird an diejenige des Online-Publikums angepasst."



«Die Menschen spüren nach der Pandemie, dass jetzt wohl etwas Neues kommt in ihrem Eventmarketing. Ich glaube nicht, dass sie zurück wollen zum bisherigen, klassischen Eventmanagement. Das ist der Grund, weshalb wir im Moment sehr viel Zeit dafür aufwenden, mit unseren Kunden zu diskutieren, was der neue digitale Aspekt eines Events sein könnte.


«Die Pandemie hat die Eventlocations, als keine Liveveranstaltungen möglich waren, gefordert» Technisch waren sie oft nicht auf dem Stand, rein digitale oder hybride Events professionell durchzuführen. Jetzt stehen wir vor einer neuen Ära.

Covid als der berühmte Initiator der digitalen Transformation also? Samuel Röthlisberger mag dem nicht widersprechen.

«Immer wieder fragen wir uns: wie können wir einen Event medial multiplizieren? Und was ist wohl das neue, transformierte Eventformat?“


Ein gutes Beispiel: FE Motion AG hat für den schweizerischen Verlag CH Media ein neues Musikformat inszeniert und damit eine Live-Show in eine TV-Show verlängert. Bei der Hitparadenshow «Die 40 größten Hits» (Bild oben) werden in jeder der insgesamt vier Folgen die größten 40 Hits einer Kategorie gekürt. Im neuen Oneplus Original von CH Media Entertainment stehen die legendärsten Songs der Schweizer Musikcharts im Fokus.


Zur Kochshow «Der Goldene Koch» kamen in den letzten 20 Jahren um die 1500 Zuschauerinnen und Zuschauer. Dann wurde die Show in eine TV-Serie verwandelt. Und plötzlich erreichte man mit ihr ein Publikum von 400’000 Zuschauerinnen und Zuschauer! Das ist die Dimension, die digital hergestellt werden kann und live eben nicht.


Und was kostet das Ganze, Samuel Röthlisberger?



«Medientechnik hat ihren Preis. Sie hilft, Events medial zu verlängern.» Das ist der Grund, weshalb hinter FE Motion AG ein Investor steht. FE Motion AG hat sein eigenes TV- und Streamingstudio eingerichtet und langfristig gemietet im Sou-Sol von «The Hall», der ehemaligen Samsung-Hall am Verkehrsknotenpunkt Zürich-Stettbach.


«Wir operieren langfristig, haben eine anhaltende Vision, von dem, was jetzt auf Events zukommt, deshalb wurde in das TV- und Streamingstudio von The Hall investiert. Wir glauben an neue, digitale Formate, die aber nicht mehr einfach nur auf der Basis einer einzigen Kamera zu realisieren sind.


«The Hall erlaubt die Herstellung der berühmten hybriden Formate. Während im Hauptsaal für 5’000 Gäste Platz ist, finden unten im TV-Studio bis zu 300 Menschen Platz, die ein vom Hauptsaal getrenntes Programm sehen, das für ein Onlinepublikum realisiert wird, aber jederzeit auch in die Haupthalle übertragen werden kann.


«Wir bringen das Fernsehen zum Event. Das ist unsere Spielwiese.»



*Der ausgebildete Fotograf Samuel Röthlisberger war von 2001-2021 bei der Eventfirma Habegger tätig, zuletzt in der Rolle als Executive Creative Director. Seit 2017/18 doziert er nebenberuflich an der ZHAW Winterthur und SHL Luzern Eventkonzeption und Eventmanagement.


Im September 2021 entschied sich Röthlisberger dafür, beruflich neue Wege zu gehen. Mit den Inhabern der FE Agentur AG, die ihren Hauptsitz in Baden und eine Zweigniederlassung in Düsseldorf hat, gründete er die Event- und Kreativagentur FE Motion AG in Dübendorf-Stettbach.


FE Agentur AG und FE Motion AG bilden zusammen die FE Group.


Interview: Urs Seiler


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