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Reicht das Frühlingserwachen bei der MCH Group?

Überraschung in Basel: An der Präsentation des neuen CEO Florian Faber nahm auch die verjüngte Führungsriege teil. Und es wurden zwei neue Messen präsentiert.


by Urs Seiler | 9. Juni 2022

Kam schon die Ernennung des ab dem 1. Juli neu als CEO der MCH Group amtenden Florian Faber aus heiterem Himmel, blieb es am 8. Juni in Basel nicht dabei. Was als Vorstellung des neuen CEO Florian Faber (Bild oben, Lebenslauf am Textschluss) angekündigt war, entpuppte sich als mehr: Bei der MCH Group hat das Management ein neues Gesicht. Es herrscht ein frischer Wind.


Die MCH Group präsentierte neben ihrem neuen CEO Florian Faber auch Roman Imgrüth (Bild oben rechts), seit April 2020 bei der MCH, in seinem ersten Auftritt nach außen. Er ist offenbar die neue Nummer Zwei in der Chefetage und war maßgebend an der neu lancierten Publikumsmesse Spring Basel beteiligt. Der Leiter Unternehmenskommunikation, Emanuel Kuhn (Bild oben, links), ist seit Dezember 2021 bei der MCH Group tätig und tritt die Nachfolge des verdienten Christian Jecker an, der in den Ruhestand geht.


Es ist unübersehbar: In Basel hat in den letzten zwei Jahren eine Verjüngung des Managements stattgefunden, ein Generationenwechsel. Das Management hat im wörtlichen Sinn ein neues Gesicht. Das lässt auf eine bessere Zukunft hoffen. Diese allerdings wird schwierig. «Es ist nicht so, dass uns Drittveranstalter jeden Tag die Bude einrennen würde», sagte der neue CEO Florian Faber, der in Düsseldorf Medienwissenschaften studiert hat.


Frühlingserwachen: mit der Spring Basel!

Die neue Nummer zwei in Basel, Roman Imgrüth wurde als Managing Director Swiss Events vorgestellt. Das Wort war schnell bei ihm angelangt. Nachdem Florian Faber das Kerngeschäft als «Messen und Kongresse» definierte (Marketingjargon wie «Communities» oder «Plattformen» kamen zum Glück nur noch in Spurenelementen vor), stellte Roman Imgrüth die neue Publikumsmesse «Spring Basel» vom 22. bis 26. März 2023 vor.

Die MCH Group will sie nicht als Neulancierung der im 2019 gestrichenen Publikumsmesse MUBA verstehen - und nicht als Lippenbekenntnis für den Standort Basel. Von außen gesehen ist sie aber genau das. Das Wiederaufleben der MUBA und ein Bekenntnis zur Region. Und warum auch nicht? Die MCH Group konzentriert sich auf das, was sie kann - aufs Messen machen und auf ihren mit Steuergeldern finanzierten Auftrag zur Generierung von Wertschöpfung in der Region. Roman Imgrüth präsentierte auch die «Sustainability Days 23», die eine Bündelung der bisherigen Events «Smart Suisse» und der Messe für Umwelttechnik MUT, angereichert um die neuen Formate «re-summit» und «Future Proof Infrastructure» darstellt.

Das Frühlingserwachen erstreckt sich schliesslich auf die im Ausstellungsbau tätige MCH Tochter Expomobilia, bei der Florian Faber im 2009 bei der MCH Group eingestiegen war. Sie lanciert ihren geschäftlichen Anspruch mit dem neuen Claim «building experiences», kommt mit einem Messebausystem aus Holz und gibt gleich selber eine Pressekonferenz am 16. Juni.


Kommentar

Die MCH Group hat nicht nur pandemiebedingt, schwierige Jahre, begonnen mit dem Untergang der weltberühmten Baselworld (Florian Faber auf Nachfragen von Journalisten: «Lassen wir sie jetzt ruhen») hinter sich. Sie werden mit einer neuen Führung nicht aus der Welt geschafft - aber sie sind eine Voraussetzung, ja sogar Imperativ, dafür. CEO Florian Faber ist ein gewandter Rhethoriker, was in Verhandlungen helfen kann. Roman Imgrüth ist Basler («ich bin ein Kind der MUBA»), was lokal gesehen ein Vorteil ist. Auch Emanuel Kuhn kommt aus Basel und hat als Leiter Unternehmenskommunikation eine ebenso wichtige Rolle, wieder Goodwill für die MCH Group herzustellen. Man kann kaum übertreiben mit der Feststellung, wie sehr es für die Zukunft der MCH Group auf gute Kommunikation ankommt. Das allein wird nicht reichen für den wirtschaftlichen und konzeptionellen Turnaround, aber wenigstens ist diese Voraussetzung dafür vorhanden. Florian Faber verneinte im Übrigen Angaben der Basler Zeitung, die MCH Group erwäge einen Verkauf der Art Basel.


Das sind drei Träger, auf denen neu die Hoffnungen liegen.


Hoffnungen der Aktionäre, Hoffnungen auch von der dienstleistenden Messe-Industrie wie Messebaufirmen respektive dem gesamten Messe-Zuliefergewerbe. Da der neue CEO Florian Faber genau aus dem Bereich kommt, vom Messebau bei Expomobilia, muss das Gewerbe jetzt darauf zählen, dass er sich ihren Anliegen annimmt und sich mit ihnen auseinandersetzt.


Florian Faber

Per 1. Juli 2022 wird Florian Faber, MBA, den Vorsitz des Executive Board der MCH Group übernehmen. Er übernimmt von Beat Zwahlen, der die Gruppe in den letzten 18 Monaten geleitet hat.


Florian Faber (43) ist in Düsseldorf aufgewachsen und Doppelbürger von Deutschland und der Schweiz. Er studierte Media Management an der Hochschule Mittweida und startete seine berufliche Laufbahn als Media Designer.


Nach Stationen in der Automobilindustrie in den Fachbereichen Messen & Events sowie Interactive Marketing trat er 2009 als Business Development Manager in die MCH Tochterfirma Expomobilia ein. 2015 erhielt er den Executive MBA Abschluss von der Universität Zürich. Seit Januar 2019 ist er CEO der Live Marketing Solutions Division und Mitglied des Executive Boards der MCH Group.


In dieser Funktion war er für das nachhaltige globale Wachstum der Division Live Marketing Solutions LMS mit ihren Marken MCH Global, MC2 und Expomobilia verantwortlich. Florian Faber ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit kocht er gerne mit der Familie, gärtnert und fährt Ski.




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