Terra Solid im Land der Naturgefahren: «In relativ kurzer Zeit Messerealität geschaffen»
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Die Schweiz ist ein Land der Naturgefahren mit einem annähernden Milliardenschaden im Jahr 2024. Deshalb braucht es jetzt die neue Terra Solid in der Messe Luzern.
von Urs Seiler || 25. Februar 2026

Der Tief- und Infrastrukturbau erlebt steigende Aktivitäten, und gleichzeitig werden Naturgefahren wie Hochwasser oder Hangrutschungen akuter. Dafür bot es in der Schweiz bisher keine vergleichbare, zentrale Plattform für Austausch und Lösungen. Terra Solid schliesst diese Lücke. Die Terra Solid ist eine von drei neuen Messen der Messe Luzern im Jahr 2026 neben der Novafood und der Abschied.

«Wir konnten eine ganz betrãchtliche Community schaffen», lancierte Messeleiter Elio Cavazzutti an der Eröffnungsfeier in der Messe Luzern am 24. Februar die Terra Solid nach zweijähriger Entwicklungsarbeit vor Branchengrössen der Bau- und Gefahrenpräventionswirtschaft. «Infrastruktur und Naturgewalten sind onnipräsent und eines ist klar: Resilienz kann nur gemeinsam entstehen» führte er die Raison d‘être der Terra Solid aus.
Hochgefühl im Uhrzeigersinn: Gregor Schwegler, Kantonsingenieur Luzern. Fabienne Meyerhans, Mitglied der Geschäftsleitung Messe Luzern. Markus Lauber, CEO Messe Luzern.
Urs Hunkeler, Verwaltungsratspräsident Messe Luzern mit Urs Becker, Leiter Design & Digital, Messe Luzern. Irene Reis (links), Marketing und Kommunikation Terra Solid mit Daniela Barmettler, Leiterin Marketing & Kommunikation Messe Luzern. Yannick Blättler, Verwaltungsrat Messe Luzern.

Hier sind einige Kennzahlen, welche Naturgewalten die Schweiz eindämmen muss. Im Jahr 2024 entstanden Schäden im Umfang von 905 (!) Millionen Franken, während der Durchschnitt pro Jahr vorher bei 321 Millionen Franken lag. Paul Steffen, Stellvertretender Direktor Bundesamt für Umwelt BAFU sagte dazu: «Die Schweiz ist ein Land der Naturgefahren, das ist die Ausgangslage, Teil unseres Landes. Naturgefahren gehen alle an!» Der Kanton Luzern allein hat für die nächsten Jahre 750 Millionen Franken für die Bekämpfung von Naturschäden budgetiert, wie mir Kantonsingenieur Schwegler an der TerraSolid verriet. 20 Prozent der Bevölkerung wohnt in von Hochwasser bedrohten Gegenden, 30 Prozent der Arbeitsplätze befänden sich hier, führte Paul Steffen aus.

Adrian Schertenleib, Präsident des Messekomitee Terra Solid und Abteilungschef Gefahrenprävention Bundesamt für Umwelt BAFU lobte die Geschwindigkeit, mit der das Messeteam auf das Phänomen Naturschäden reagierte. «In relativ kurzer Zeit ist die Messerealität entstanden, das freut mich ausserordentlich. das war nur möglich dank dem riesigem Engagement der Messe Luzern und des Messeleiters Elio Cavvazzuti» sagte er. «Die Fachmesse ist zentral, um das Bewusstsein zu schaffen, dass die Schweiz ein Land der Naturgefahren ist und um hier Lösungen zu schaffen, denn Naturgewalten sind ein Thema, das uns in der Schweiz begleiten wird» ergänzte Adrian Schertenleib.

Christian Wasserfallen, Präsident InfraSuisse und Nationalrat sprach von der «Infrastruktur als Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft». Seine Botschaft war: «Es braucht Massnahmen heute, nicht erst in 30 Jahren. Jeder Aufbruch beginnt mit dem ersten Schritt.»

Guido Biaggio, Vizedirektor Bundesamt für Strassen ASTRA: «Die zweite Gotthardröhre: Grossinfrastruktur ist eine Gemeinschaftsaufgabe.»
Die Terra Solid dient als Business:to:Business-Netzwerk- und Wissensplattform: Fachleute lernen neue Lösungen kennen, diskutieren Projekte und knüpfen Partnerschaften. 60 namhafte Aussteller präsentieren Produkte, Dienstleistungen und technologische Innovationen, was hilft, Entscheidungen bei Investitionen und Projekten vorzubereiten. Das sind so namhafte Unternehmen wie beispielsweise Aco, Geobrugg, HGC, Gasser Felstechnik sowie das Bundesamt für Umwelt. «Die Terra Solid bietet einen umfassenden Einblick in die innovativen Entwicklungen, praxisbewährten Methoden und zukunftsweisenden Strategien im Grundbau sowie im Schutz vor Naturgefahren», fasste Messeleiter Elio Cavazzutti zusammen.
In einem begleitenden Fachforum mit 35 Referaten werden Expertenreferate, Podiumsdiskussionen und Netzwerkzonen angeboten. Dadurch wird Terra Solid nicht nur zur Ausstellung, sondern auch zum Wissens- und Weiterbildungszentrum.
Sonderschauen zu innovativen Infrastrukturprojekten
Um bekannte Schweizer Infrastrukturprojekte geht es in den Sonderschauen: «A2 Zweite Röhre Gotthard» sowie «A4 Neue Axenstrasse». Beide Projekte zeigen eindrucksvoll, wie Komplexität, Nachhaltigkeit und Sicherheit im modernen Tunnel- und Strassenbau zusammenwirken. In Kooperation mit dem Bundesamt für Strassen ASTRA beziehungsweise dem Kanton Uri werden exklusive Einblicke in Planung, Technik und Umsetzung der Projekte gegeben.
365 Tage Messe
Parallel zur Messe vor Ort wird die Online-Plattform «Terra Solid 365» betrieben, auf der Informationen, Kontakte und Inhalte ganzjährig zur Verfügung stehen, was den Wissenstransfer und Netzwerkaufbau über die Messetage hinaus unterstützt.
Fazit: Die Terra Solid ist wichtig, weil sie als neue Fachmesse und Netzwerkplattform für ein technisch anspruchsvolles und wachsendes Fachgebiet dient, Experten zusammenbringt und praxisnahe sowie zukunftsweisende Lösungen für Bau- und Risikofragen bietet. Die Terra Solid läuft noch bis am 26. Februar.

























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