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4. DACH-Messefachtagung in Bern: «Exzellenz in Live Kommunikation lässt sich nicht digitalisieren»

  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Erlebnisse anstatt Messehallen, das sei, was die Messekunden suchten, wurde an der FAMA Fachtagung vom 22. und 23. Juni in der Bernexpo gesagt und die Themen zogen sich wie ein roter Faden durch den gelungenen Anlass. Moderatorin Nadine Brõnnimann sprach erfrischend auch vom «Vertrauen, das man nicht digitalisieren kann».

 

von Urs Seiler || 13. Juli 2026

 


Bilder: DACH-Messefachtagung Bern, Tobias Schmid


Künstliche Intelligenz, Meta-Kognition und skalierbare Tools, Customer Centricity und Co-Creation: An MegaTrendthemen mangelte es auf der 4. DACH-Messefachtagung nicht.

 

Der FAMA Vorstandsvorsitzende Henning Könicke wies in seinem Votum darauf hin, wie wichtig Netzwerke in der Messewirtschaft seien. Das ist der Grund, dass die Landesverbände Expo Event Swiss LiveCom Association und Messe Austria jetzt offiziell FAMA Mitglieder geworden sind - gemeinsam ist man stark. Das ist ein weiterer Mosaikstein im grenzüberschreitenden FAMA Netzwerk.

 

von links: Henning Könicke, Christian Künzli, Helmut Slezak.



Den Auftakt als Redner machte Swiss LiveCom Association (SLA)-Präsident Christian Künzli. Die Messebranche befinde sich in einer strukturellen «Eigenvermessung» und er meinte wohl den Strukturwandel angesichts von Digitalität, schrumpfenden Messebudgets oder der geopolitischen Situation.

 

Der globale Markt für Live Events wachse aber weltweit, gerade weil die digitale Kommunikation hochinflationär geworden sei. Ziel müsse es sein, Begegnungen zu schaffen, aus denen Wertschöpfung entstehe.

 

«Unsere Branche wird in ihrer Wirtschaftskraft unterschätzt» sagte er. Und dann machte er ein ganz persönliches Statement zum Wert von Messen und Live Events: «Exzellenz in Live Kommunikation entsteht nicht durch Algorithmen» sagte er. Worauf er anspielte: Echte Geschäfte, Vertrauen - das entsteht nur live, aber weil die Live Kommunikationsbranche unterschätzt wird, muss man das immer wieder unterstreichen.

 

Der Präsident von Messen Austria, Helmut Slezak, hielt sich angesichts der Sommerhitze bescheiden kurz, bestätigte aber die Mission der FAMA-Fachtagung: «Wir müssen gemeinsam neue Ideen entwickeln.»



Wer an der 4. DACH-Messefachtagung genau zuhörte, stellte fest: Nur vordergründig ging es darum, im Zuge der digitalen Transformation den eigentlichen Markenkern von Messen und Events neu zu definieren. Weitaus häufiger sollen Algorithmen, neue innovative Formate und die ganzheitliche Markengestaltung dabei helfen, das emotionale Erlebnis noch präziser zu bestimmen und zu ermöglichen.

 


Denn der Bedarf an authentischer Live-Kommunikation steigt. Trotz aller Zuversicht wurde aber eines deutlich: Der weltweite Messemarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. KI, Big Data und digitale Formate sind ein Faktor. Als weitaus gravierender könnte sich die geoökonomische Entwicklung erweisen, die von Abgrenzung und Konfrontation geprägt ist. Damit käme die Globalisierung, seit den 1990er Jahren zentraler Motor des weltweit wachsenden Messemarktes, auf internationaler Ebene ins Stocken – speziell für internationale Fachmessen könnte das zur zentralen Herausforderung werden.



Die nächste FAMA-Messefachtagung findet am 23. und 24. November 2026 in der Ulm-Messe statt.


 

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