Branchentalk zur Aqua Suisse Messe 2027: Enorme Innovationskraft der Branche, aber: «In Randregionen wurde das Trinkwasser knapp»
Wenn es die Easyfairs Branchenmesse Aqua Suisse im November 2027 nicht gäbe - man müsste sie erfinden, so wichtig ist Wasser für unsere Zukunft. Christos Bräunle vom SVGW nennt im Interview die Herausforderungen, die auf uns und auf Brunnenmeister zukommen.
von Christos Bräunle* || 18. September 2026

In der Schweiz bilden über 2500 Wasserversorgungen eine ausgeprägt dezentrale Struktur und sichern das Trinkwasser für rund neun Millionen Menschen.
Christos Bräunle (Bild oben) bietet im Trendinterview zur «AQUA Suisse 2027» Einblicke in die Qualität des Schweizer Trinkwassers und erklärt den vorsorglichen Schutz der Trinkwasserressourcen und den Beruf des Brunnenmeisters.
In Kürze
«Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel.»
«Es geht nicht gegen die Landwirtschaft – es geht nur zusammen mit ihr.»
«Bei PFAS braucht es jetzt eine Anstrengung wie damals beim FCKW-Verbot.»
«Die ‹AQUA Suisse› ist die wichtigste Messe für die Wasserwirtschaft in der Schweiz.»
«Wer eine Grundwasserfassung aufgibt, bekommt sie kaum je zurück.»
«Eine saubere Wasserqualität an der Quelle ist immer günstiger und ökologischer als jede technische Lösung.»
Christos Bräunle, die Schweiz gilt als klassisches Wasserland. Sauberes Trinkwasser ist für uns selbstverständlich. Stimmt dieses Bild aus Sicht des SVGW noch oder trübt es sich?
Grundsätzlich hat das Trinkwasser in der Schweiz weiterhin eine sehr gute Qualität. Wir können es bedenkenlos trinken. Wir unterscheiden jedoch zwischen zwei Aspekten. Der erste Aspekt betrifft die Verfügbarkeit, der zweite die Qualität. Wir gewinnen 80 Prozent des Trinkwassers aus Grund- und Quellwasser. Rund 20 Prozent stammen aus Oberflächengewässern, zumeist aus Seen.
Grundsätzlich verfügt die Schweiz nach wie vor über genügend Wasserreserven für die Trinkwassergewinnung. Die Trockenheit im Sommer 2026 hatte sich aber dennoch auf die Trinkwasserproduktion ausgewirkt. Zahlreiche Gemeinden hatten sich mit Sparapellen an die Bevölkerung gerichtet. Es muss aber zwischen einer tatsächlichen Knappheit der Wasserressourcen und einem Kapazitätsengpass der Versorgungsinfrastruktur unterschieden werden. Gerade in Randregionen, oder in Versorgungsgebieten, die hauptsächlich von Quellwasser abhängig sind und keine Möglichkeit für einen Fremdbezug haben, wurde das Trinkwasser im Sommer 2026 tatsächlich knapp. In vielen Gemeinden war dagegen trotz Trockenheit noch genügend Wasser für die Trinkwassergewinnung vorhanden, es konnte aber auf Grund des grossen Bedarfs nicht schnell genug gefördert, aufbereitet, transportiert oder in ausreichender Menge gespeichert werden.
Der zweite Aspekt betrifft die Qualität. Wir geben Grundwasser und Quellwasser in der Schweiz grösstenteils ohne Aufbereitung ab. Höchstens eine unkomplizierte UV-Desinfektion ist nötig. Sorgen bereiten uns in erster Linie chemische Verunreinigungen. Wir weisen diese Stoffe immer regelmässiger im Grundwasser nach. Mikrobiologische Risiken wie Keime und Bakterien beherrschen wir mit UV-Licht oder im schlimmsten Fall mit Chlor. Chemische Rückstände erfordern demgegenüber eine mehrstufige Aufbereitung bis hin zur Umkehrosmose. Eine solche Aufbereitung ist teuer, energieintensiv und gar nicht überall möglich.

Welche Risiken beschäftigen die Schweizer Wasserversorger aktuell am stärksten?
Chemische Verunreinigungen im Rohwasser bilden das grösste Risiko. Das betrifft insbesondere das Grundwasser. Die Schweiz ist sehr dicht besiedelt. Verkehrswege, Siedlungen, Industrie und Landwirtschaft teilen sich einen engen Raum, sodass zwangsläufig unerwünschte Stoffe ins Grundwasser gelangen. Die Struktur der Versorgung macht die Situation zusätzlich herausfordernd. Wir haben über 2500 Wasserversorgungen und der Grossteil arbeitet als Klein- und Kleinstversorger. Dort stellt in der Regel ein einziger Brunnenmeister die Versorgung sicher.Für eine kleine Versorgung lohnt es sich personell und finanziell kaum, eine mehrstufige Aufbereitung zu betreiben. Die Folge: Immer mehr Versorger geben belastete Grund- oder Quellwasserfassungen auf und kaufen Wasser von grösseren Versorgern in der Umgebung ein. Gibt ein Versorger eine Fassung auf und hebt die Schutzzone auf, geht diese Fassung verloren. Sie dient in der Regel nie wieder als Trinkwasserfassung. Die Schweiz wird so von immer weniger Fassungen abhängig. Das schwächt die Widerstandskraft der Schweizer Trinkwasserversorgung.
Wo sieht der SVGW in diesem Zusammenhang den dringendsten Handlungsbedarf?
Auf der politischen Ebene entsteht manchmal der Eindruck, Geld allein löse das Problem der chemischen Verunreinigungen. Man solle einfach Aufbereitungsanlagen bauen. Diese Sichtweise funktioniert nicht überall. Wir fällen aus unserer Sicht besser einen Grundsatzentscheid. Die Schweiz klärt, wie sie die Trinkwasserversorgung in Zukunft sicherstellt. Wer konsequent auf Aufbereitung setzt, verabschiedet sich vom Modell der dezentralen Versorgung. Das funktioniert insbesondere in Randregionen ohne grossen Versorger in der Nähe allerdings gar nicht.
Was empfiehlt der SVGW den Wasserversorgern konkret?
Wir stärken den vorsorglichen Schutz der Ressource am besten direkt. Die Versorger leisten das nicht allein. Dafür braucht es auch politischen Willen. Immerhin traf das Parlament eine relevante Entscheidung: Die Kantone müssen die sogenannten Zuströmbereiche von Trinkwasserfassungen bis zum Jahr 2050 bezeichnen. Der Zuströmbereich umfasst das Gebiet, unter dem das Grundwasser liegt, das in die Fassung fliesst und als Trinkwasser genutzt wird.Bezeichnen die Kantone diesen Bereich, können sie dort Schutzmassnahmen umsetzen. Dazu zählen Nitratprojekte nach Artikel 62a des Gewässerschutzgesetzes, Einschränkungen bei problematischen Pflanzenschutzmitteln und Sanierungen von Altlasten. Damit schützen wir diese Regionen gezielt. Unter diesen Gebieten liegt das Grundwasser für unsere Trinkwasserversorgung. Die Versorger selbst weisen aktiv darauf hin. Sie leisten Aufklärungsarbeit in ihren Gemeinden. Allein lösen sie das Problem jedoch nicht. Das betonen wir deutlich.
Ihr Verband spricht für über 2500 Wasserversorger in einem zunehmend politisch aufgeladenen Umfeld. Welche politische Wirkung hat der SVGW?
Der SVGW arbeitet vorwiegend als technischer Verband. Wir erarbeiten das Regelwerk und die anerkannten Regeln der Technik. Wir tun das jedoch nicht allein. In unseren Kommissionen sitzen Vertreter aus den Werken, der Industrie und von Herstellerfirmen. Gemeinsam definieren wir den aktuellen Stand der Technik. Wir klären Fragen wie «Wie baut man ein Reservoir?» oder «Welcher Beton oder welcher Anstrich eignet sich?». Die Versorger orientieren sich an diesen Vorgaben.Wir verabschieden keine Gesetze. Aber Gesetze und Verordnungen verweisen teilweise auf unser Regelwerk. Das verleiht unseren Richtlinien einen quasirechtlichen Charakter. Fachleute fragen im Schadenfall sehr wohl, warum jemand vom anerkannten Stand der Technik abweicht. Mit dem SVGW-Regelwerk ermöglichen wir die Selbstregulierung der Branche. Versagt diese Selbstregulierung, greift letztlich der Staat ein.
Wie funktioniert Ihre politische Interessenvertretung?
Wir besitzen nicht die Schlagkraft eines Bauernverbands, der ausschliesslich politisch arbeitet. Wir haben keine Parlamentarier im Vorstand und demnach keinen direkten Zugang zum Bundeshaus. Wir senden jedoch Positionspapiere und gezielte Informationen an die Politik. Die Entscheidungsträger hören uns zu, weil wir als technischer Verband glaubwürdig und neutral auftreten. Bei unpassenden politischen Mehrheiten dringen wir mit unseren Anliegen aber nur schwer durch. Dann setzen wir auf Medienarbeit. Wir machen Entwicklungen sichtbar, weisen auf Herausforderungen hin und zeigen Lösungsansätze auf.
Wie eng arbeitet der SVGW als wissenschaftlich fundierter Fachverband mit der Eawag zusammen? Dieses Institut gilt als die führende Wasserforschungseinrichtung der Schweiz.
Wir pflegen einen sehr engen Austausch mit der Eawag. Das Institut publiziert regelmässig in unserer Branchenpublikation «AQUA & GAS». Bei der landwirtschaftlichen Praxis halten wir uns jedoch zurück. Dort fehlt uns die Expertise. Aber wir handeln in unserem Bereich: Können Stoffe aus zugelassenen Pflanzenschutzmitteln im Rohwasser nachgewiesen werden, machen wir auf dieses Problem aufmerksam. Die Entscheidung liegt dann aber beim BLV, das Höchstwerte festlegt und Wirkstoffe und Pflanzenschutzmittel zulässt.
Wie sieht diese Zusammenarbeit im Spannungsfeld der Landwirtschaft aus?
Wir fordern kein Verbot von Pflanzenschutzmitteln. Wir betonen etwas anderes: Die Zuströmbereiche dienen uns als relevantes Instrument. Damit schützen wir gezielt die die Flächen, unter denen das Grundwasser liegt, das wir anschliessend als Trinkwasser nutzen. Ausserhalb dieser Gebiete gelten nicht dieselben Einschränkungen. Das Gesetz gibt den Weg vor: Kann in einer Trinkwasserfassung ein Wirkstoff von über 0,1 Mikrogramm pro Liter nachgewiesen werden, muss der Kanton handeln. Er erlässt Anwendungsbeschränkungen oder sogar Verbote im Zuströmbereich.Nitrat liefert ein weiteres Beispiel. Ein generelles Düngerverbot löst das Problem jedoch nicht. Eine solche Regelung stellt die Landwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Wir arbeiten nicht gegen die Bauern, sondern finden nur gemeinsam Lösungen. Dies ist notwendig, um diese komplexe Aufgabe erfolgreich zu bewältigen.

PFAS, die sogenannten Ewigkeits-Chemikalien, stehen auch in der Schweiz im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Wie stark belasten diese per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen das Schweizer Trinkwasser wirklich?
PFAS sind eine echte Herausforderung. Wir sprechen von einer Stoffgruppe mit Tausenden Einzelstoffen. Für einige PFAS existieren bereits Höchstwerte, für andere noch nicht. Das Problem: Zahlreiche Stoffe gelten anfangs als gesundheitlich unbedenklich. Später erweisen sie sich jedoch regelmässig als gefährlich. Darüber hinaus bauen sich PFAS wegen ihrer extremen Stabilität in der Natur kaum ab. Deshalb sammeln sie sich überall an: in Böden, in Lebensmitteln, in Fischen, in der Milch und im Trinkwasser.
Die aktuellen Untersuchungen zeigen ein beunruhigendes Bild. Fachleute wiesen PFAS bei knapp der Hälfte der Messstellen der NAQUA (Nationale Grundwasserbeobachtung im Grundwasser nach. 46 Prozent der untersuchten Trinkwasserproben des Verbands der Kantonschemiker enthalten diese Stoffe. Die Belastungen bleiben aktuell noch niedrig. Weil sich PFAS aber kaum abbauen, erfordert die Situation sofortiges Handeln von allen Beteiligten.
Bewältigen unsere Wasserversorgungen dieses Problem überhaupt noch?
Aktuell halten die Wasserversorgungen die geltenden Höchstwerte ein. Ausnahmen gibt es bei Punktbelastungen. Das passiert zum Beispiel, wenn die Feuerwehr PFAS-haltige Schäume zum Löschen nutzt. Der SVGW fordert in seinem Positionspapier ein Verbot der gesamten Stoffgruppe bei nicht essenziellen Anwendungen. An Orten mit unverzichtbaren PFAS verhindern strenge Massnahmen den Weg der Stoffe in die Umwelt. Die Schweiz kann aus unserer Sicht ein solches Verbot jedoch nicht im Alleingang umsetzen, sondern kann das nur in Abstimmung mit der EU entscheiden. Die aktuelle Lage erfordert eine ähnliche und gemeinsam erfolgreiche Anstrengung wie damals beim FCKW-Verbot.
Spurenstoffe aus Landwirtschaft, Industrie und Haushalt belasten Rohwasserquellen jenseits von PFAS. Wo stossen die heutigen Aufbereitungstechnologien an ihre Grenzen?
Die verfügbaren Aufbereitungstechnologien wie Aktivkohle, Nanofiltration und Umkehrosmose entfernen die meisten Spurenstoffe. Aber diese Methoden bringen Schattenseiten mit sich. Eine Umkehrosmoseanlage produziert praktisch destilliertes Wasser. Dieses Wasser muss anschliessend mit belastetem Wasser gemischt oder remineralisiert werden. Solche Anlagen verbrauchen viel Energie, sind technisch komplex und wenig nachhaltig. Sie behandeln nur das Symptom und nicht die Ursache.Deshalb setzen wir konsequent auf den vorsorglichen Schutz der Ressourcen. Eine saubere Wasserqualität direkt an der Quelle ist und bleibt immer günstiger und ökologischer als jede technische Lösung am Ende des Prozesses.
Die Quaggamuschel bedroht zunehmend die Infrastruktur der Wasserversorgungen. Wie ernst schätzt der SVGW diese Bedrohung ein und welche Schutzmassnahmen funktionieren in der Praxis?
Die Quaggamuschel ist invasiv und breitet sich sehr schnell aus. Sie kommt mittlerweile im Bodensee, Genfersee, Neuenburgersee, Bielersee, Murtensee und im Rhein vor. Dies betrifft vor allem die rund 20 Prozent der Wasserversorgungen, die Rohwasser aus Oberflächengewässern beziehen, insbesondere aus Seen. Für diese Werke stellt die Muschel eine grosse Herausforderung dar. Es handelt sich primär um ein Infrastrukturproblem und nicht um ein Qualitätsproblem im engeren Sinn. Die Muschel vermehrt sich an den Ansaugvorrichtungen, wandert in die Leitungen und stört die Rohwassergewinnung. Mittlerweile reinigen innovative mechanische Lösungen die Rohrleitungen und Ansaugkörbe. Der SVGW rief dazu eine eigene Fachgruppe Quagga ins Leben und publizierte die «Fachinformation Quagga W15010 d». Diese Massnahmen verursachen jedoch Kosten, die die Konsumenten letztlich über den Wasserpreis tragen.
Wie entwickelt sich der Beruf als Brunnenmeister von der rein handwerklichen Arbeit an den Anlagen zu einem vielfältigen und zukunftsorientierten Aufgabenfeld?
Ein Brunnenmeister übernimmt heute deutlich mehr Aufgaben als vor 50 Jahren. Er hält nicht nur die Anlage am Laufen, sondern betreibt darüber hinaus Risikomanagement nach den HACCP-Prinzipien (Hazard Analysis and Critical Control Points), dokumentiert die Selbstkontrolle und spricht regelmässig mit der Bevölkerung. Das alles lernen die Fachkräfte in der SVGW-Ausbildung zum Brunnenmeister.Ich selbst unterrichte dort den Bereich Kommunikation. Ich bilde die Brunnenmeister nicht zu Kommunikationsprofis aus. Vielmehr bereite ich sie auf Anfragen aus der Bevölkerung vor, die zumeist direkt bei ihnen landen, was es noch herausfordernder macht. Der Beruf bietet heutzutage mehr Abwechslung, stellt aber auch höhere Ansprüche und weckt mehr Interesse in den unterschiedlichsten Gremien. Die Fachleute tragen daher eine enorme Verantwortung. Sie kümmern sich um unser wichtigstes Lebensmittel und schützen dadurch die Gesundheit der Bevölkerung.
Insbesondere kleine Wasserversorgungen kämpfen wegen dieser zahlreichen Anforderungen mit Ressourcenproblemen. Der SVGW fordert deshalb mehr Zusammenarbeit und Vernetzung. Wie bewahren die Versorger ihr lokales Wissen über Anlagen, Quellen und Risiken?
Die Brunnenmeister verstehen ihre eigene Anlage in der Regel sehr gut. Sie kennen das Alter sowie den Zustand der Infrastruktur und die Risiken im Einzugsgebiet ihrer Fassung. Man kann dieses lokale Wissen nicht ohne weiteres an andere weitergeben. Zahlreiche Versorger lagern Betrieb und Unterhalt an externe Dienstleister aus. Das ist ein möglicher Weg. Wir sehen jedoch ein zweites, sehr vielversprechendes Modell: Kleinere Versorger schliessen sich zusammen.Ich führte kürzlich ein Interview mit einem Brunnenmeister. Er schloss sich mit der Nachbargemeinde zusammen. Die Teams nutzen denselben Werkhof, arbeiten nah beieinander und helfen sich gegenseitig aus. Die Versorgungen bleiben eigenständig, aber sie arbeiten nicht mehr allein. Das löst eines der grössten Probleme der kleinen Versorger: den Pikettdienst. Ein einzelner Brunnenmeister leidet unter einer enormen Belastung, wenn er dauerhaft den Pikettdienst übernimmt. Die Rückmeldungen zu solchen Kooperationen über Gemeindegrenzen hinweg klingen sehr positiv. Das ist für mich der pragmatische Weg in die Zukunft.
Die «AQUA Suisse 2027» ist der zentrale Treffpunkt für die kommunale und industrielle Wasserwirtschaft. Welche Themen stellt der SVGW beim Fachevent 2027 in den Mittelpunkt?
Die Professionalisierung der Wasserversorgung begleitet uns auch im Jahr 2027. Das Motto lautet dabei «Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer». Daneben stehen die Digitalisierung und die entsprechenden Cyber-Risiken im Fokus. Die Digitalisierung bietet enorme Chancen für den Netzbetrieb, das Smart Metering und die Selbstkontrolle. Sie bringt aber auch neue Gefahren mit sich. Trockenheit und der Umgang mit Spurenstoffen bleiben ohnehin noch lange relevante Themen. Voraussichtlich diesen Herbst (2026) starten wir ausserdem einen ersten Kurs zur Kommunikation in der Wasserversorgung. Er richtet sich speziell an kleinere Versorgungen ohne eigene Kommunikationsabteilung. Das bündelt in den kommenden Monaten unsere Aufmerksamkeit.
Was ist Ihr persönliches Highlight der letzten «AQUA Suisse 2025»?
Die Wasserversorgung steht vor zahlreichen Herausforderungen. Die «AQUA Suisse 2025» zeigte mir jedoch insbesondere die enorme Innovationskraft unserer Branche. Zahlreiche kluge Köpfe entwickeln dort neue Lösungen. Die Hauptpunkte für mich waren die Netzverluste, das Smart Metering sowie der sichere und professionelle Betrieb der Versorgung.Persönlich freue ich mich jedes Mal besonders über die vielen Brunnenmeisterinnen und Brunnenmeister auf der Messe. Einige davon unterrichtete ich bereits in ihrer Ausbildung. Ich treffe sie wieder und höre, wie ihre Arbeit läuft. Ich erfahre, ob sie aus meinem Kommunikationsmodul etwas in den Alltag übertragen konnten. Das ist für mich jedes Mal das emotionale Highlight der «AQUA Suisse».
Welche Botschaft geben Sie als SVGW den Fachbesuchenden für die «AQUA Suisse 2027» in Zürich mit?
Die «AQUA Suisse» ist die bedeutendste Messe für die Wasserwirtschaft in der Schweiz. Mein Appell richtet sich speziell an die Gemeindevertreter. Viele von ihnen arbeiteten in ihrer bisherigen Laufbahn vielleicht selten mit der Trinkwasserversorgung und tragen nach ihrer Wahl auf Gemeinde- oder Kantonsebene plötzlich eine neue Verantwortung. Ein Besuch der «AQUA Suisse 2027» lohnt sich für diese Personen enorm. Wir sind als SVGW vor Ort und teilen unser Fachwissen sehr gerne. Wer sich mit Trinkwasser befasst, profitiert von einem starken Netzwerk. Dafür gibt es in der Schweiz keinen besseren Treffpunkt.
*Christos Bräunle ist Leiter Kommunikation und Verlag beim SVGW - Fachverband für Wasser, Gas und Wärme. Das Interview mit Christos Bräunle führte Markus Frutig im Namen von Easyfairs Switzerland GmbH.
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