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Interboot: Ein Stück Schweizer Messewirtschaft im Aufwind in der Messe Friedrichshafen

vor 1 Stunde
4 Min. Lesezeit

Die Interboot in der Messe Friedrichshafen ist für die Schweiz mit dem traditionellen kostenlosen Eintritt am Donnerstag ein wichtiger Treffpunkt, weil sie den grossen Wassersportmarkt am Bodensee direkt vor der Haustür der Schweizer Kundschaft zusammenführt. Ihre Nähe macht sie besonders attraktiv für Schweizer Bootsbesitzer, Kaufinteressierte, Händler und Wassersportler aus der Deutschschweiz. Und die Schweizer Wassersportbranche nimmt wieder Fahrt auf.


von Urs Seiler || 17. September 2026

 


Rund 30 Schweizer Aussteller präsentieren Neuheiten und Klassiker auf der internationalen Wassersportmesse Interboot vom 23. bis 27. September mit dem traditionellen Schweizer Tag mit kostenlosen Eintritten am Donnerstag, dem 24. September.


Für Schweizer Aussteller bietet die Messe eine effiziente Plattform, um den süddeutschen und internationalen Markt zu erreichen und gleichzeitig bestehende Schweizer Kunden zu pflegen. Gerade weil der Schweizer Bootskäufer anspruchsvoll ist, schafft die Interboot einen wichtigen Marktüberblick über neue Boote, Technik, Zubehör und Trends.

 

Die maritime Wirtschaft der Schweiz geht mit Rückenwind und Zuversicht auf die Interboot nach Friedrichshafen. In einem herausfordernden globalen Umfeld weisen zumindest die Exportzahlen aus dem ersten Halbjahr 2026 eine Marktbelebung aus. Auf der 65. Internationalen Wassersportmesse vom 23. bis zum 27. September soll auch die Binnennachfrage weiter angekurbelt werden. Die Halle B1 mit dem doppelten Gemeinschaftsstand des Schweizerischen Bootbauer-Verband (SBV) bildet den Mittelpunkt für rund 30 Aussteller, die wieder einige Premieren und angesagte Trends mit an den Bodensee bringen.

 

„Es geht wieder bergauf“

„Der im Vorjahr noch zurückhaltende Verkauf vor allem von Neubooten, sollte die Talsohle durchschritten haben“, sagt SBV-Geschäftsführer Vinzenz Batt (links). „Unsere Mitglieder frohlocken noch nicht, aber es geht offenbar wieder bergauf.“ Das deckt sich mit der Konjunkturprognose des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft, das für 2027 mit einem beschleunigten Wachstum von 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts rechnet.

 


Ähnlich positiv bilanziert Davor Panarese (rechts) als Verkaufsleiter der KIBAG Marina aus Bäch das bisherige Geschäftsjahr: „Es gibt wieder mehr Bewegung an der Verkaufsfront. Der Gebrauchtbootmarkt entwickelt sich weiter sehr erfreulich, aber auch die Nachfrage nach neuen Booten steigt.“

 

Mahagoni-Klassiker trifft auf Deutschlandpremiere

Als Gründungsmitglied der Interboot hat die Boesch Motorboote AG aus Kilchberg am Zürichsee einen Stammplatz in der Halle B1. Inhaber Markus Boesch (Bild unten) blickt durchaus mit Sorge auf die weltweiten

Unruhen, die „Gift für die Branche“ seien. Er beobachte bei vielen Werften zudem einen zu gewollten Drang nach Neuheiten, die zum Investitions- und Kalkulationsrisiko würden.

 

Boesch setzt am Stand mit den klassischen Mahagoni-Neubauten Sunski 625 und 710 Sunsport auf Kontinuität. Eine frisch restaurierte 590 steht zudem für das Nachhaltigkeitspotenzial im Bootsbau.

 




Als Schweizer Jeanneau-Händler freut sich Yves Bosshart (Bild oben) von der ProNautik AG aus Romanshorn mit der Hausammann Boote AG aus Uttwil neben der Cap Camarat 9.0 CC besonders auf die Deutschlandpremiere Cap Camarat 6.0 CC, die einige Trümpfe der großen Schwester übernommen hat und mit cleveren Features überzeugt. Das Sechs-Meter-Motorboot machte in seiner Aqua-Top-Version sofort von sich reden, bei der das Sonnendach des Fahrstands im Handumdrehen abnehmbar zur schwimmenden Badeinsel wird. Darüber hinaus werden eine hybridangetriebene Greenline 39 aus Slowenien und eine Bavaria S29 Signature Edition mitgebracht.

 

Jubiläumsdesign, US-Sportboote und Schweizer Manufaktur

Zum 60-jährigen Bestehen der Werft zeigt die Hochmuth Bootsbau AG aus Stansstad eine Windy 34 Alizé im farbigen Anniversary Design. Neben der speziellen Folierung mit blauem Rumpfstreifen gehören ausgewählte Karbonelemente zur Jubiläumsausstattung. Auch die Marex 310 SC erfuhr ein Facelift durch eine größere Badeplattform und ein für Solarpaneele optimiertes Dach. Beide Boote haben eine Bodenseezulassung.

 

Auf drei verschiedene Chris-Craft Boote der Launch-Serie stockt die W.A.R. Bootsbau & Bootshandel AG ihre Interboot-Palette auf. Neben einer neuen 25 GT kommen auch die 27 sowie eine 28 GT.

 

Die Yachtwerft Portier AG aus Meilen als Mitausteller ist ebenso wie W.A.R. auf dem Brunswik-Stand vertreten, der allein 14 Sea-Rays sowie die Marken Boston Whaler und Navan beherbergt.

 

Die Ganz Boats GmbH aus Zürich konzentriert sich nach ihrem Vorjahresauftritt diesmal auf die Ganz Ovation 7X open, die für zehn Personen auf Wunsch auch elektrischen Fahrspaß bietet.

 

Die Romanshorner Werft52 repräsentiert die Comitti V28 (classic teak), die Performance 90X und die SAY 32 an eigenen Ständen. Zudem geht eine Rau 490 Cholios ins Einsteiger-Forum.

 

Wasserski-Boote, Außenborder und ein italienisches Schmuckstück

Unabhängig vom zollbelasteten Handel mit den USA importiert die Moomba Supra AG aus Muntelier die gleichnamigen Wasserski- und Wakeboarding-Boote nach Friedrichshafen. Aus dem Modelljahr 2027 wartet die vielseitige Supra SA mit automatisch ausgeglichener Wellenbildung bei Gewichtsverlagerung an Bord auf. Die etwas kleinere Moomba Mondo besticht durch kraftvolle Wendigkeit bei 261-kW-Motorisierung.

 

Premiere bei der Interboot feiert außerdem der Yamaha-Showroom-Trailer der ProMot AG aus Safenwil mit den Partnern Bärs Boot-Service GmbH aus Steckborn und Wirth Freizeit AG aus Arbon. Zu sehen ist eine breite Palette an Außenbordern, darunter auch Modelle von Torqeedo. Zwei Yamarin-Motorboote (63 DC und 50 BR) ergänzen den Auftritt.

 

Ein italienisches Schmuckstück bringt Nautica’s Services Sagl aus Bioggio an den Bodensee: Die Sestante 6.8 stammt von der Traditionswerft Verga 1958. Angetrieben wird sie vom neuen Außenborder Tohatsu MFS 150 A, der 40 Kilogramm leichter als vergleichbare ist und den Klassiker bis zu 40 Knoten schnell macht.

 

Als Mitaussteller von Boote Pfister stellt Unimercure SA aus Hauterive in der Halle B2 die Motoryacht Delphia 11 vor.

 

Die Bootswerft Samarin GmbH aus Diessenhofen steht dem Bootscenter Menken in der B3 vor allem für die Marken Saver und Infinity zur Seite.

 

Schweizer Treffpunkt in Halle B1


Weitere namhafte Firmen sind an den Gemeinschaftsständen vor der SBV-Lounge vertreten. Neben dem führenden Schweizer Wassersportmagazin Marina.ch gehören der Versicherer Allianz Suisse und der Yachtfinanzierer Leasepoint sowie Landolt Engineering mit ihren Bootshebeanlagen dazu. Die Wakeboat Garage feiert 50 Jahre Centurion mit dem Wasserskiboot Ri230 und bringt außerdem eine Supreme S220 für bis zu 14 Personen zur Messe.


Fazit

Die Interboot ist weit mehr als eine deutsche Bootsmesse – sie ist der grenzüberschreitende Marktplatz für die Wassersportregion Bodensee am Dreiländer-Eck Deutschland, Österreich und Schweiz.

 

Tickets und Öffnungszeiten

Die Interboot 2026 findet vom 23. bis 27. September statt. Sie ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag bis 17 Uhr. Unter der Woche wird ab 15 Uhr ein vergünstigtes Nachmittagsticket angeboten, am Sonntag gibt es ab 14 Uhr das „Last Chance Ticket“. Die InterDive öffnet am Donnerstag ab 12 Uhr. Parken ist kostenlos.

 

TAKE OUT


 


 

 
 
 

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