«Ich weiß nicht, ob Messen die Zukunft sind, um neue Kunden zu treffen»

Das Handelsunternehmen Brütsch/Rüegger Werkzeuge BRW mit der Industrie 4.0-Plattform Jellix wollte an der Hannover Messe 2020 teilnehmen. Dann kann Covid und jetzt orientiert man sich neu. English below.


by Raphaël Müller | 24. Februar 2021



«Wir plädieren für die Entwicklung neuer Veranstaltungen

im digitalen Format, aber mit einem neuen Konzept.»


Guten Tag Raphaël Müller, was beschäftigt Sie zur Zeit am meisten?

Wir haben derzeit viele neue Anfragen für Digitalisierungsprojekte. Meiner Meinung nach haben die Umstände der letzten Monate die Mentalität verändert. Das Digitale ist im Leben der Menschen viel präsenter geworden. Außerdem möchte jeder sein Bestes geben, wenn es mit der Wirtschaft wieder wie gewohnt weitergeht.


«Wir dürfen nicht einfach das Konventionelle ins Digitale übersetzen.»


Vom 12. – 16. April 2021 findet die Hannover Messe zum zweiten Mal ausschließlich im digitalen Format statt. Anfangs Oktober 2020 führten wir dazu bereits ein Interview. Wie ist jetzt die Stimmungslage von BRW dazu?

Unserer Meinung nach sind Veranstaltungen in digitaler Form für das Publikum nicht sehr attraktiv. Es sollte nicht vergessen werden, dass in der Vergangenheit eine solche Veranstaltung auch ein Ausflug für die Besucher war. Sie wollten eine gute Zeit haben und neue Leute kennenlernen. Digital ist das nicht möglich. Wir müssen also das Konzept von A bis Z neu denken und nicht einfach das Konventionelle ins Digitale übersetzen.


Unternehmen wie BRW, das auf der ganzen Welt tätig ist, brauchen Messen. Aber die Frage ist, geht BRW nicht besser direkt zu den Kunden hin, sagen wir auf eine Messe in China? Was ist die Politik von BRW?

Ich weiß nicht, ob Messen die Zukunft sind, um neue Kunden zu treffen. Diese Welt veränderte sich bereits mit Covid. Jetzt wird alles beschleunigt. Ich denke, in Zukunft werden wir andere Arten von Veranstaltungen haben. Wenn ich jetzt auf einen Bereich setzen müsste, wäre es wahrscheinlich das E-Marketing.


Was halten Sie von sogenannten «virtuellen Messen», das heißt Onlinemessen ohne live-Dimension? Ein Etikettenschwindel oder eine mögliche Zukunft von Messen?

Für mich bedeutet das überhaupt nichts. Ich finde es auch schade, dass sich die großen Veranstalter nicht die Frage nach dem Format selbst stellen. Sie können nicht einfach in ein Format «copy/paste« wechseln. Sie müssen die Messe neu erfinden. Wenn ich sehe, dass manche Messen den Besuchern anbieten, sich in einer virtuellen Welt zu bewegen, kann ich nicht verstehen, wie sie hoffen, mit so etwas Leute anzulocken.


«Wir denken aktiv über neue Lösungen im Kundenkontaktmanagement nach»



Was fehlt BRW ohne Teilnahme auf einer Leitmesse wie der Hannover Messe an Kundenkontakten? An Kontakten mit neuen Kunden? An Marktrecherchen? An Umsatz? Gibt es Messealternativen für BRW?

Es ist klar, dass uns ein Kanal fehlt, um neue Kunden anzusprechen und uns bekannt zu machen. Es ist schwer zu messen, aber ich denke, es ist schwieriger, international zu expandieren. Wir denken aktiv über neue Lösungen nach. Warum nicht ein Vorreiter auf dem Gebiet sein?



Fachleute gehen davon aus, dass Messen in ihrer Zahl zurückgehen werden, aber die verbliebenden Anlässe mit größeren Budgets, größerem Enthusiasmus geführt werden, als eine Art Olympiade im Live Marketing. Was glauben Sie, werden sich Messen transformieren? Und was wäre dabei Ihr Wunsch an Messeveranstalter?

Interessant wäre eine Abnahme der Anzahl der Veranstaltungen, aber eine Zunahme der Qualität. Gleichzeitig plädieren wir für die Entwicklung neuer Veranstaltungen im digitalen Format, aber mit einem neuen Konzept.


Der CEO der Onlineplattform Europages, Peter F. Schmid prognostiziert, dass in der Schweiz jede vierte Messe verschwinden wird, andere Stimmen reden von jeder dritten Messe. Was erhoffen Sie sich hier: eine Konzentration?

Wie ich schon sagte, ich denke, es wird eine Gruppierung geben. Es ist unvermeidlich. Für die Aussteller ist es auch eine Chance, denn die Messebudgets wurden viel zu groß.


Was ist der Ausblick von BRW in bezug auf die Teilnahme auf Messen oder an Events im 2021 und wann? Wie verläuft der Planungshorizont, gibt es Szenarien, fixe Planungen?

Wir planen im Moment von Tag zu Tag. Durch die anhaltende Abriegelung und die Reisebeschränkungen ist es unmöglich, sich einen Überblick zu verschaffen. Deshalb setzen wir auf neue Ideen im Zusammenhang mit E-Marketing. Wir hoffen, dass wir unsere Kunden mit neuen Lösungen positiv überraschen können.



Raphaël Müller ist Leiter Industrial Solutions und Mitglied des Kaders, Brütsch/Rüegger Werkzeuge AG BRW.


Interview: Urs Seiler






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«I don't know if trade fairs are the future to meet new customers»


The trading company Brütsch/Rüegger Tools BRW with the Industry 4.0 platform Jellix wanted to participate at the Hannover Messe 2020. Then Covid can and now they are reorienting themselves.


by Raphaël Müller | 24 February 2021



«We advocate the development of new events

in digital format, but with a new concept.»


Hi Raphaël Müller, what is your main concern at the moment?

We currently have many new requests for digitisation projects. In my opinion, the circumstances of the last few months have changed the mentality. Digital has become much more present in people's lives. Moreover, everyone wants to do well when it's business as usual again.


«We must not simply translate the conventional into the digital.»


From 12 - 16 April 2021, the Hannover Messe will be held exclusively in digital format for the second time. We already conducted an interview about this at the beginning of October 2020. What is BRW's opinion on this now?

In our opinion, events in digital form are not very attractive for the audience. It should not be forgotten that in the past such an event was also an outing for the visitors. They wanted to have a good time and meet new people. Digitally, that is not possible. So we have to rethink the concept from A to Z and not just translate the conventional into the digital.


Companies like BRW, which operate all over the world, need trade fairs. But the question is, isn't it better for BRW to go directly to the customers, say to a fair in China? What is BRW's policy?

I don't know if trade fairs are the future to meet new customers. This world already changed with Covid. Now everything is accelerated. I think in the future we will have other types of events. If I had to bet on one area now, it would probably be e-marketing.


What do you think of so-called «virtual fairs», i.e. online fairs without a live dimension? Is this a myth or a possible future for trade fairs?

For me, that means nothing at all. I also think it's a shame that the big organisers don't ask themselves the question of the format itself. They can't just «copy/paste» into a digital format. They have to reinvent the fair. When I see that some fairs offer visitors to move around in a virtual world, I can't understand how they hope to attract people with something like that.


«We actively consider

new solutions in customer contact management.»


What is BRW missing in terms of customer contacts without participating in a leading trade fair like the Hannover Messe? Contacts with new customers? Market research? Turnover? Are there trade fair alternatives for BRW?

It's clear that we lack a channel to reach new customers and make ourselves known. It's hard to measure, but I think it's harder to expand internationally. We are actively thinking about new solutions. Why not be a pioneer in the field?


Experts predict that trade fairs will decline in number, but the remaining events will be run with bigger budgets, greater enthusiasm, as a kind of Olympics in live marketing. What do you think - will trade fairs be transformed? And what would be your wish for trade fair organisers?

It would be interesting to see a decrease in the number of events but an increase in quality. At the same time, we advocate the development of new events in digital format, but with a new concept.


The CEO of the online platform Europages, Peter F. Schmid, predicts that every fourth trade fair in Switzerland will disappear, other voices talk about every third trade fair. What are you hoping for here: a concentration?

As I said, I think there will be a new grouping. It is inevitable. It's also an opportunity for the exhibitors, because trade fair budgets became far too big.


What is BRW's outlook regarding participation in trade fairs or events in 2021 and when? What is the planning horizon, are there scenarios, fixed plans?

At the moment we are planning from day to day. Due to the ongoing lockdown and travel restrictions, it is impossible to get an overview. That is why we are focusing on new ideas related to e-marketing. We hope that we can positively surprise our customers with new solutions.


Raphaël Müller is Head of Industrial Solutions and member of the management team, Brütsch/Rüegger Tools AG BRW.


Translated from German with deepl.com


Interview: Urs Seiler

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