ISH digital: «Schau’ mir in die Augen, Kleines»

Die Messe Frankfurt hat, auch während der Pandemie, immer auf Messen gesetzt. Jetzt kommt zuerst die ISH digital. Die Planung im 2. Semester 2021.


by Urs Seiler | 1. März 2021 | Vertretung der Messe Frankfurt CH/LI



Vielleicht stehen wir kurz vor einer Renaissance der europäischen Messewirtschaft. Frankfurts Messechef Wolfgang Marzin hat während der Covid-19-Ära nie die Übersicht und die Fassung und hoffentlich auch nicht den Humor verloren. Er hat stets unterstrichen, dass digitale Versionen der Leitmessen in Frankfurt und im Ausland eine Übergangslösung seien und man im 2023, dann korrigiert auf 2024, wieder auf das (Rekord-)Umsatzniveau von 2019 kommen wolle. Das waren 736 Millionen Euro mit dem Messegeschäft in Frankfurt und weltweit.


Dringend notwendige Businessplattform

Vom 22. bis 26. März 2021 findet jetzt die ISH auf Wunsch der Branche im gewohnten Zweijahresrhythmus statt. In einer Pressemitteilung (in Interviewform) vom 25. Februar 2021 antwortet Wolfgang Marzin (Bild oben) auf die Frage, weshalb man im 2021 mit der ISH nicht ausgesetzt habe: «Die Branche hat uns signalisiert, dass sie dringend eine Businessplattform benötigt, denn die Geschäfte laufen gut.»



Wolfgang Marzin unterstreicht im Interview, wie wichtig eine ISH digital für die Heizungs-, Klima- und Lüftungsbranche ist: «In enger Absprache mit der Branche haben wir schon im vergangenen Herbst umgeplant. Wir haben uns gegen eine hybride Veranstaltung und für ein rein digitales Format entschieden. Im Mittelpunkt stehen die Businessplattform und der Wissensaustausch.»


Jetzt findet die ISH im 2021 also digital statt und Wolfgang Marzin lässt im Interview keine Zweifel offen, wie wichtig die Matchmaking-Plattform ist. «Mit dem KI-gestützten Matchmaking, den Livestreams und unterschiedlichen Kommunikationsfunktionen kann die Plattform jedoch vieles abbilden, was sich die Branche wünscht.»


Hier, um zu bleiben: Hybrid – das Modell der Zukunft

Corona hat die Transformation vieler Messeveranstalter beschleunigt. Die Messe Frankfurt gehörte zu den ersten, die ernst zu nehmende hybride Events lancierten. Aber auch sie musste im Zuge der zweiten Welle der Pandemie nochmals einen Schritt zurück machen – wie jetzt zur ISH digital. «Aber aus meiner Sicht erwachsen daraus auch eine Menge neue Chancen», sagt Wolfgang Marzin. «Wie bereits erwähnt, sehe ich digitale Elemente in Zukunft als wichtige Ergänzung für physische Messen.»



Schau’ mir in die Augen, Kleines

Das berühmte Zitat aus dem Filmklassiker «Casablanca» lässt sich jetzt auf die ISH anwenden. Auf die Frage an den Frankfurter Messechef, ob er selber auch an der ISH digital teilnehmen werde, auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier nimmt an der Eröffnung teil, antwortet Marzin: «Deshalb war ich in den vergangenen Jahren in den Messehallen präsent. Das werde ich auch 2021 bei der digitalen ISH beibehalten.»


Digitale Veranstaltungen der Messe Frankfurt werden im ganzen Frühjahr 2021 stattfinden. Für die zweite Jahreshälfte sind dann wieder Veranstaltungen auf dem Messegelände geplant. «Im Herzen bin ich aber durch und durch Messemacher. Deshalb freue ich mich schon jetzt, die Welt künftig wieder in Frankfurt am Main begrüßen zu dürfen.» Schau’ mir in die Augen, Kleines!


Ausblick

Wie erfrischend, dass Frankfurts Messechef Wolfgang Marzin nicht über sogenannte «digitale Messen» orakelt, als ob solche überhaupt existierten. Er setzte und setzt das richtige Signal zum Thema, was eine Messe darstellt und warum reale Treffen unersetzlich sind. Es ist kein Widerspruch, wenn er trotzdem sagt: «Und dennoch werden wir sicher einiges von dem, was wir gerade alle lernen und noch lernen werden, mitnehmen für eine ISH 2023 – dann wieder auf dem Frankfurter Messegelände.

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