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Olma Messen: Jetzt muss es die neue Halle 1 richten!

Die Genossenschaft Olma Messen machen einen Verlust von 3.3 Millionen Franken. Der Schutzschirm der Landesregierung für abgesagte Messen griff nicht. Eine erneute Kapitalaufnahme ist nicht ausgeschlossen. Der Neubau der Halle 1 wird schon zur Olma 2023 betriebsbereit. Sie muss der ganzen Region und der Genossenschaft Auftrieb geben.


by Urs Seiler | St. Gallen, 31. März 2022



«Das Geschäftsjahr 2021 war sehr herausfordernd. Es stand ganz im Zeichen von Corona. Zwischen Januar 2021 und März 2022 konnten wir anstatt 15 Monaten nur während rund drei Monaten operativ tätig sein», sagte Direktorin Christine Bolt (Bildmitte, links Verwaltungsratspräsident Thomas Scheitlin, rechts Adi Stuber, Finanzchef).


Während der Pandemie schrumpfte der Umsatz auf rund einen Drittel. Anstatt wie normal 30 Millionen wurden im 2021 nur 12.5 Millionen Erträge erwirtschaftet, im 2020 sogar nur 9.3 Millionen.



Liquidität momentan sicher gestellt

An der Pressekonferenz vom 31. März wurde festgehalten, dass die Liquidität, auch dank einer früheren Kapitalaufnahme von der öffentlichen Hand und von Genossenschaftskapital von um die 20 Millionen Franken momentan sichergestellt ist.


Verwaltungsratspräsident Thomas Scheitlin sagte aber auch: «Die Verluste gehen zu Lasten der Liquidität im kommenden Jahr. Wir werden Liquiditätslücken haben, die wir decken müssen. Wieviel kann ich nicht sagen. Das hängt auch davon ab, was jetzt mit der Offa, (Anmerkung: der zweiten großen Publikumsmesse in St. Gallen vom 20. – 24. April ) passiert.»


Immerhin ist sie zu 80 Prozent gegenüber der Vorveranstaltung von vor Covid gebucht. Auch für die OBA und die OLMA bestünden ein sehr guter Buchungsstand. «Da dürfen wir zufrieden sein, wir spüren das Vertrauen der Aussteller», sagte Christine Bolt.


Der finanzielle Verlust wäre freilich kleiner ausgefallen, aber der Schutzschirm der Landesregierung für abgesagte Messen hat für die Genossenschaft Olma Messen nicht gegriffen.


Vielleicht war man in St. Gallen zu blauäugig. So wurde aus eigenen Stücken eine der wichtigsten Fachmessen, die Tier & Technik, mangels Ausstellerzuspruch abgesagt. Damit hat man sich Ausgleichszahlungen aus dem Schutzschirm der Landesregierung für ausgefallene Messen verwirkt. Hätte man wie andernorts auf das erneute Veranstaltungs-verbot von Bund oder Kanton spekuliert und es abgewartet und erst dann storniert, wär die Genossenschaft Olma Messen in den Genuss von Ausgleichszahlungen gekommen.


Die Olma Strategie

Während der Zeit des fehlenden operativem Geschäft haben die OLMA Messen in den letzten zwei Jahren ihre unternehmerische Strategie weiter entwickelt, covidbedingt auch redimensioniert. «Die bisherige Strategie muss wegen Covid hinterfragt werden», sagte Thomas Scheitlin.


Die Genossenschaft Olma Messen sehen drei Säulen der künftigen unternehmerischen Tätigkeit:

  • Das Messegeschäft wird substanziell weiter entwickelt mit klarem Fokus auf das Fachmessegeschäft. «Hier besteht ein Potenzial, das sich in Nischen weiter entwickelt» sagte Christine Bolt. «Der Messetrend geht in Richtung von kleineren, regionalen Business:to:Business-Messen. Hier sehen wir große Chancen. Wir wollen nicht eine neue OFFA oder OLMA erfinden.»


  • Die Genossenschaft Olma Messen wollen ein Eventfullservicegeschäft aufbauen und nicht mehr nur als Veranstalter auftreten, sondern «in der ganzen Wertschöpfungskette dabei sein.» Das Veranstaltungsgeschäft soll substanziell ausgebaut und mit dem Fullservicebereich die Risiken reduziert werden.


  • Schließlich sollen ganz neue Zusatzgeschäfte generiert werden. Aber hier steht man noch ganz am Anfang, Themen wie «Merchandising» wurden nur angedeutet. «Dieser Bereich befindet sich im Aufbau, wir haben bereits Personal eingestellt», sagte Christine Bolt.


Wird zur OLMA 2023 betriebsbereit: Die neue Halle 1.


All business is regional

Christine Bolt erklärte, dass die Genossenschaft Olma Messen auch daran seien, weitere Firmenanlässe in die Hallen zu bringen, auch im Sport würden die Fühler ausgestreckt.


An der Pressekonferenz wurde unterstrichen, wie wichtig das Flaggschiff OLMA für das übrige Geschäft sei. «Wenn die Genossenschaft Olma ihre Kerntätigkeit wieder aufnehmen kann, ist die Nachfrage da und wir können wieder einen positiven Cashflow schaffen. Die OLMA soll nach wie vor das Kernprodukt der Genosenschaft Olma Messen St. Gallen sein», sagte Thomas Scheitlin.


Deshalb habe man trotz jetzt fehlendem Cashflow stets am Bau der Halle 1 festgehalten. «Die Halle 1 ist ein visionäres Projekt für die ganze Ostschweiz. Sie ist ein wichtiger Begegnungsort, der Identität herstellt. Unsere Anlässe generieren eine Wertschöpfung von 177 Millionen Franken für die ganze Region und über 1000 Arbeitsplätze», sagte er. Gesamtschweizerisch sollen die Genossenschaft Olma Messen sogar für gesamtwirtschaftliche Effekte von 294 Millionen Franken stehen.


Mit der neuen Halle 1 wollen die Genossenschaft Olma Messen St. Gallen ihren Umsatz in den nächsten zehn Jahren um einen Drittel von 30 auf 40 Millionen Franken steigern.


Die reduzierte 78. OLMA im 2021 signalisierte offenbar eine Art Wende nach der frustrierenden, veranstaltungslosen Covid-Ära. «Im Juni 2021 drückten wir auf den OLMA-Knopf. Als wir wieder öffnen durften, boomte es. Das macht uns grossen Mut für die Zukunft», sagte Christine Bolt.




Pressemitteilung: Olma Messen blicken auf ein herausforderndes Jahr zurück





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