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Zukunftsmodell virtuell: Jenseits der Kulissenschieberei!

Für die Wirtschaft war und ist «virtuell» ein schwerwiegender Verlust an direkten Kontaktmöglichkeiten mit den Zielgruppen und Kunden.

by Dirk Bachmann-Kern | 20. Oktober 2020


Als die Pandemie anfing war virtuell ein Ersatz für abgesagte Messen und Kongresse. Aber die Live-Begegnung und Emotionalität waren und bleiben ein Schlüsselfaktor für den Erfolg. Das kann man mit keiner Homepage oder durch Social Media ersetzen.

«Wir empfehlen das Format des Messestandes

mit seinen gestalterischen und kommunikativen

Beschränkungen zu überwinden.»

Aber das virtuelle räumliche Erlebnis und die damit verbundenen digitalen Interaktionen bieten ganz neue Möglichkeiten der Kundenkommunikation, die sich auch nach Corona halten wird. Außerdem nutzen unsere Auftraggeber die digitalen Plattformen dazu, gemeinsam mit ihren Kunden diese Räume zu besuchen. So entstehen virtuelle Locations für digitale Events.

Jetzt hat sich der Markt entwickelt. Bachmannkern gehörten weltweit zu den Ersten, die schon im März einen virtuellen Messestand als digitalen Zwilling lanciert haben. Damit konnten wir einem Kunden helfen, seinen internationalen Kunden rechtzeitig die neuesten Produkte als Ersatz für die Light+Building 2020 vorzustellen, obwohl die Messe zuerst verschoben und dann vollständig abgesagt wurde. Durch diesen Zeitpunkt hatten wir sehr früh einen Business Case und exzellente Resonanz in den Fachmedien. Da nach wie vor Messen und Kongresse abgesagt oder verschoben werden, ist der Bedarf immens. BachmannKern arbeitet gerade parallel an drei virtuellen Showrooms, die allesamt als Vertriebstool eingesetzt werden.

«In den virtuellen Showrooms können

Leads generiert werden und Dialoge stattfinden»

Digitale Zwillinge von realen Messeständen machen Sinn, wenn tatsächlich ein klassischer Messeauftritt geplant ist. Dann kann das Unternehmen auf jeden Fall kommunizieren, egal ob die Messe wegen eines Virus komplett abgesagt wird oder die Kunden aus China oder den USA nicht reisen können oder wollen. Außerdem ist der virtuelle Auftritt 24/7 erreichbar und kann auch im Nachhinein genutzt werden.

Wir empfehlen aber das Format des Messestandes mit seinen gestalterischen und kommunikativen Beschränkungen zu überwinden. Denn im virtuellen Raum gibt es keinerlei Grenzen und hier gelten auch die Gesetze der Physik nicht. Das ermöglicht ein immersives Erlebnis, das man sonst nur vom Gaming kennt.

In der konzeptionellen Phase ist der Aufwand eines virtuellen Showrooms mit dem eines realen Messeauftritts vergleichbar. Da Bachmannkern schon lange mit 3D-Visualisierungen und Virtuellen Realitäten arbeitet, war das ein vergleichsweise kleiner Schritt für uns. Denn ob der Content für einen Messstand in Tokio oder einen VR-Showroom im Internet bereitgestellt werden muss, das ist im Prozess gleich.

Wir haben immer schon in die Zukunft investiert. So können wir den augenblicklichen Bedarf mit unserem Personal und unserer bestehenden IT-Infrastruktur leisten. Ansonsten greifen wir bei Engpässen auf externe Spezialisten aus unserem Netzwerk zurück.

Wenn das Projekt steht und an den Kunden übergeben wird, ist der laufende Aufwand mit dem einer Website vergleichbar. User können alleine die Räume erleben, aber die Unternehmen können ihre Kunden aktiv - einzeln oder in Gruppen - zum Besuch einladen. Das ist über Standard-Programme wie Teams oder Zoom möglich.

Spannend wird es, wenn man den Usern und Kunden die Möglichkeit der direkten Kommunikation bietet, wie auf einem realen Messestand. Das kann über Avatare und Chatbots, die User begrüßen und den Kontakt zu Mitarbeitern herstellen, die dann live kommunizieren.

Die Frage ist, sind digitale interaktive Lösungen für die Live-Kommunikation nur eine Überlebensstrategie oder ein Zukunftsmodell?

Es gibt eine Vielzahl an Angeboten, die aber oft zu kurz greifen: kommunikativ, gestalterisch und hinsichtlich der Auswertungsmöglichkeiten. Aber für die Unternehmen sind virtuelle Räume auf jeden Fall eine außergewöhnliche Möglichkeit mit Kunden in Kontakt zu bleiben. In den virtuellen Showrooms können Leads generiert werden und Dialoge stattfinden. In Zeiten, in den es für Messen und Events keine Planungssicherheit gibt, helfen wir den Unternehmen, ihren Kundendialog und die Akquise aufrecht zu halten. Langfristig werden diese Tools einen Teil der physischen Live-Kommunikation wenn ersetzen so mindestens ergänzen.

Neben der gestalterischen Arbeit entwickelt Bachmannkern auch Auswertungsmöglichkeiten, denn auf digitalen Kanälen entstehen eine Menge relevante Daten.

Dirk Bachmann-Kern ist Gründer und Inhaber von Studio Bachmannkern in Solingen.

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