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Swissbau schrumpft – MCH Group mit zweistelligem Millionenverlust

Die MCH Group will im Jahr 2022 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Eine Umnutzung der Messegelände in Basel und Zürich ist ein Thema. Das bedeutet: Das Geschäft in der Schweiz wird kleiner.


by Urs Seiler | 9. Juli 2021



Die MCH Group erwartet für 2021 wie bereits mitgeteilt einen mittleren zweistelligen Millionenverlust. Im 2022 soll es dann wieder zu einem ausgeglichenen Geschäftsergebnis kommen. «Dieser Plan hat nach wie vor Gültigkeit», sagte CEO Beat Zwahlen an der Onlinepressekonferenz vom 9. Juli. Im 2022 sollen auch wieder größere Events stattfinden.


Swissbau-Ausblick

Beat Zwahlen sagte auf die Frage zu seiner Stimmungslage in bezug auf die Art Basel, die vom 24. – 28. September 2021 geplant ist oder die Swissbau vom Januar 2021: «Unsere Mitarbeitenden sind enthusiastisch, dass jetzt endlich wieder geplant werden kann.»


Der Entscheid zur Durchführung der Art Basel wurde im Juni 2021 gefällt. «Es ist extrem wichtig, dass man im Markt bleibt, das war ein wichtiger Entscheid für eine Durchführung», sagte Beat Zwahlen. Was die Art Basel betrifft, musst er allerdings eine Einschränkung machen. «Die Austragung hängt auch von den künftigen Reisemöglichkeiten (Anmerkung: für internationale Teilnehmer) ab.» Das bedeutet: wenn die Kunden nicht anreisen können, muss sie abgesagt werden.


Was die Austragung der Swissbau 2022 betrifft, ließ er aber keine Zweifel, dass sie nicht an die Größe früherer Austragungen herankommen wird. Er sprach diesbezüglich vom einem Übergangsjahr, nach dem man dann im 2024 « zurück sein» will. In den Swissbau-Zwischenjahren wird versucht, verwandte Elemente zu organisieren wie das relativ junge Innovationslab.


Eine Teilnahme an Live-Messen soll mit den drei «g» möglich sein: genesen, geimpft, geschützt.



Arbeitsplätze und Schutzschirm

Der Schutzschirm der Landesregierung, mit dem geplante, aber dann wegen Covid nicht durchführbare Messen vom Bund finanziell abgefedert werden, ist eine Erleichterung für die MCH Group. Dank ihm könnten auch Mitarbeitende aus der Kurzarbeit zurückgeholt werden und das sei eine intelligentere Lösung als die Kurzarbeit weiter zu führen. «Das ist volkswirtschaftlich besser» sagt Beat Zwahlen.


Was den Abbau von Arbeitsplätzen betrifft, habe man diese Restrukturierung bereits vor der Pandemie abgeschlossen. Um einen weiteren Abbau zu verhindern, habe man das Personal deshalb in Kurzarbeit geschickt, denn langfristig soll der Personalbestand wieder ausgebaut werden. «Wir brauchen neue Leute mit neuen Fähigkeiten», sagte Beat Zwahlen.

Internationalisierung: «Baselworld is back»

Die Baselworld, die in der Schweiz nach einer Pause wieder vom 31. März bis 4. April 2022 geplant ist, soll durch die Erschliessung von neuen Interessengruppen wie Konsumenten, Sammler, Sponsoren und einem Festivalcharakter mit Side Events und Themeninszenierungen erweitert werden. «Baselworld is back. Wir forcieren die angestrebte Internationalisierung in Asien und den USA», sagte Beat Zwahlen. Das bedeutet, dass das Geschäft vor allem ausserhalb der Landesgrenzen wachsen wird, wenn überhaupt.


Umnutzung der Messezentren?

Eine der Fragen der Journalisten, die Schlüsse auf das künftige Messegeschäft in der Schweiz zulassen war, wie es jetzt weiter geht mit den grösstenteils ungenutzen Messezentren in Basel und Zürich.


Wenn es jetzt weniger Messen gibt, können die Hallen neu genutzt werden? Beat Zwahlen sagte dazu: «Ja, wir wollen möglichst viele Kunden finden, für die unsere Hallen interessant sind, auch für eine artfremde Nutzung. Wir arbeiten an solchen Konzepten»


Und: «Wir wollen mit dem schweizerischen Tourismussektor die Vermarktung der Hallen besser finanzieren.» Eine teilweise Neu- respektive Umnutzung scheint Teil der strategischen Überlegungen der MCH Group sein. Beat Zwahlen erwähnte auch eine mögliche Zusammenarbeit mit Organisationen wie Tourismus Schweiz in diesem Feld.


Das legt den Schluss nahe: Messen in der Schweiz werden kleiner.


Und wie steht es um sogenannt hybride Messen? «Gewisse Dinge werden sich wieder abschwächen» sagte er, wenn reale Messen wieder möglich sind.


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